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Verdi:Eigenes Versorgungswerk geplant

Die Gewerkschaft will sich bald mit dem Projekt befassen, das eine Ergänzung zur gesetzlichen Rente werden soll.

Von Herbert Fromme, Berlin

Die Gewerkschaft Verdi plant ein Versorgungswerk für Betriebsrenten im Dienstleistungssektor. Das sagte der Gewerkschaftsvorsitzende Frank Bsirske vor Betriebsräten aus der Versicherungswirtschaft. Schon auf seiner nächsten Sitzung will sich der Verdi-Vorstand mit dem Projekt beschäftigen, die Gründung könne dann rasch erfolgen.

Bsirske forderte eine gesetzliche Rente, die zum Leben reicht, sieht aber die betriebliche Altersversorgung (bAV) als sinnvolle Ergänzung. Das Versorgungswerk soll mit ausgewählten Versicherern zusammenarbeiten. Vorbild könnte die Metallrente sein. Die Einrichtung wird seit 2001 von der IG Metall und dem Arbeitgeberverband Gesamtmetall betrieben und verwaltet zurzeit 650 000 Betriebsrentenzusagen. Die Metallrente arbeitet mit den Versicherern Allianz, Ergo, R+V und Swisslife zusammen, die bAV ist in den meisten Fällen über Tarifverträge geregelt. Über die Einrichtung haben Gewerkschaft und Arbeitgeber Einfluss auf die Ausgestaltung der bAV und die Auswahl der Versicherer.

Verdi reagiert mit den Plänen für das Versorgungswerk auch auf die Stärkung der betrieblichen Altersversorgung, die Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) anstrebt. Dabei spielen die Tarifparteien künftig eine deutlich erweiterte Rolle in der bAV als bislang.

© SZ vom 12.01.2017
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