Untersuchung der EU-Kommission Razzia bei der Telekom

Die EU-Kommission hat die Büros mehrerer Internetanbieter durchsucht. Die Unternehmen sollen ihre dominante Marktposition ausgenutzt und damit gegen EU-Recht verstoßen haben. Unter den Verdächtigen ist auch die Deutsche Telekom.

Die EU-Kommission hat bei Razzien in mehreren Ländern Büros von Kommunikationsanbietern durchsucht. Es gehe um den Verdacht, dass Anbieter von Internetzugängen gegen EU-Recht verstoßen haben, teilte die Kommission mit. Die Unternehmen sollen ihre dominante Marktposition ausgenutzt haben.

Betroffen war auch die Telekom. Das bestätigte ein Konzersprecher: "Die Deutsche Telekom ist über die erneuten Untersuchungen im Bereich von Internetverkehr sehr verwundert." Bisherige Vorwürfe hätten sich als haltlos herausgestellt. Deshalb seien entsprechende Verfahren vor nationalen Regulierungsbehörden eingestellt worden, die sich intensiv mit dem Sachverhalt auseinandergesetzt haben, so der Sprecher.

Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, drohten Strafen von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes, hieß es. Nach Informationen aus Branchenkreisen gab es neben Deutschland auch in Frankreich und Spanien Durchsuchungen. Die France-Télécom-Tochter Orange bestätigte den Besuch der Ermittler. Nach Informationen aus Branchenkreisen war auch der spanische Anbieter Telefónica betroffen. Das Unternehmen äußerte sich dazu nicht.

Die Telekom sagte, sie arbeite eng mit den Behörden zusammen, um den Sachverhalt aufzuklären. Allerdings sei sie der falsche Adressat der Vorwürfe, schließlich werde der Internet-Markt von US-Großanbietern dominiert, die Telekom sei einem harten Wettbewerb ausgesetzt.

Der Service von Internetanbietern sei äußerst wichtig, damit Verbraucher schnell und günstig im Internet surfen könnten - unabhängig vom Standort des Providers, betonte die EU-Kommission. EU-Kommission zufolge sagen die Durchsuchungen noch nichts über tatsächliche Vergehen aus. Eine Frist für den Abschluss der Untersuchung gebe es nicht.