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Verbindung Hamburg - Köln:Privater Bahn-Konkurrent startet am 23. Juli

Alternative im Fernverkehr: Reisende zwischen Hamburg und Köln können bald eine neue Zugverbindung nutzen. Ab 23. Juli startet ein privater Konkurrent der Deutschen Bahn auf dieser Strecke. Der Anbieter verspricht günstigere Preise.

Die Deutsche Bahn bekommt Konkurrenz auf der wichtigen Fernstrecke Köln-Hamburg. Am 23. Juli will die private Bahngesellschaft Hamburg-Köln-Express (HKX) den Betrieb aufnehmen, bestätigte eine Sprecherin der SZ.

Die Strecke soll bis zu dreimal täglich bedient werden - zu Preisen, die deutlich unter denen der Bahn liegen: Eine Fahrt werde 20 bis maximal 60 Euro kosten und ab 4. Juli im Internet buchbar sein. Laut der HKX-Homepage können die Tickets ab Mittwoch gebucht werden. Zum Vergleich: Die Bahn berechnet für den IC von Köln nach Hamburg 83 Euro, mit Bahncard 50 immerhin noch 41,50 Euro.

HKX hat einen Betreibervertrag mit dem französischen Bahnkonzern Veolia abgeschlossen. Der stellt Loks und Lokführer - es sind Rheingold-Waggons aus den 1970er-Jahren, die HKX anmietet. HKX übernimmt Vertrieb, Marketing und Service. Als Haltestellen seien Düsseldorf, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen und Münster geplant.

Die Investoren haben bislang rund 16 Millionen Euro in das Projekt gesteckt. HKX hatte seinen Betriebsstart ursprünglich schon für 2010 geplant und ihn dann bereits zweimal verschoben.

Weitere Konkurrenten bereiten sich vor

Bislang hat die Bahn im Fernverkehr - anders als im Regionalverkehr - so gut wie keine Konkurrenz. Nur die Franzosen von Veolia betreiben mit den Interconnex-Zügen zwischen Leipzig, Berlin und Rostock bereits Fernverkehr.

Im März hatte außerdem der Kölner Reiseveranstalter und Transporteur MSM angekündigt, ab dem Frühherbst zweimal täglich von Köln nach Berlin und Hamburg zu fahren. Der Einstiegspreis soll für das einfache Ticket bei 19,90 Euro liegen, ebenfalls deutlich billiger als die Deutsche Bahn. Das Preissystem wird bei MSM allerdings gestaffelt sein. Das heißt, der Preis steigt, je stärker der Zug nachgefragt ist und je später gebucht wird. Zudem sind die Züge reservierungspflichtig, jeder Gast hat also automatisch einen Sitzplatz.

© Süddeutsche.de/AFP/Reuters/infu/bbr

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