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Vegetarische Fleisch-Imitate:Flexitarier sind die Hauptabnehmer der fleischfreien Produkte

Nur: Nicht immer sieht man, wer hinter den vegetarischen Schnitzeln oder Würstchen steht. Etwa dann, wenn es sich um eine eigene vegetarische Marke handelt. Ein Beispiel ist "Vegetaria": Diese Produktlinie gehört zum Unternehmen Artland Convenience. Dass es sich um eine Fleischfirma handelt, kann der Kunde zunächst nicht erkennen.

Grundsätzlich sind die Hauptabnehmer der fleischfreien Produkte der Fleischkonzerne eine andere Gruppe von Verbrauchern: die "Flexitarier". "Das sind Konsumenten, die wenig Fleisch essen, aber nicht ganz darauf verzichten wollen", sagt Wolfgang Adlwarth, Marktforscher der Gesellschaft für Konsumforschung. Das Institut für Handelsforschung geht davon aus, dass 24 Prozent der Bürger Flexitarier sind. Aber auch Veganer und Vegetarier werden mehr. Die Zahlen schwanken je nach Studie zwischen vier und zehn Prozent der Bevölkerung.

Zu Fleischalternativen greifen Menschen in der Regel aus denselben Gründen: Sie wollen etwas für den Tierschutz, die Umwelt oder die eigene Gesundheit tun. Meistens seien das Käufer, die jünger sind als 40 und gut gebildet, sagt Adlwarth. "Der klassische Wurstmarkt wird zunehmend etwas für ältere Konsumenten."

Gesund sind die Produkte wegen der vielen Ersatzprodukte oft nicht

Ob diese Ziele wirklich erfüllt werden, müsse man aber bezweifeln, sagt Sophie Herr von der Verbraucherzentrale Bundesverband. "Da ist Eiklar drin, da ist Soja drin - dass da viel für den Klimaschutz und das Tierwohl getan wurde, darf man infrage stellen." Gesund seien die Produkte wegen der vielen Ersatzprodukte auch nicht.

Weil sich die Fleischersatzprodukte in den Supermärkten besonders gut verkaufen, räumen Rewe und Edeka dafür immer mehr Regale frei. Am beliebtesten sind die 1:1-Imitationen von Wurst und Fleisch bei den Deutschen, die dann in den Wurstregalen landen. Warum das so ist? Ein ganz praktischer Grund, sagt Marktforscher Adlwarth: "Die Leute haben bestimmte Rezepte und Riten gelernt. Für jemanden, der gerne Wurst gegessen hat, ist es am bequemsten, wenn er sich weiterhin eine Scheibe aufs Brot legen kann." Deswegen investieren die großen Konzerne weiter in neue fleischfreie Fleischprodukte - Rügenwalder Mühle hat sein vegetarisches Angebot im vergangenen Jahr um sieben Produkte erweitert. Darunter: Chickenburger, Hackfleisch und Cordon Bleu.

Bei "Lord of Tofu" versucht man sich nun mit veganen Steaks, veganem Ei und veganem Thunfisch.

© SZ vom 05.03.2016/mahu
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