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Zigarettenindustrie in den USA:Tabakfirmen klagen gegen Warnhinweise

Eine schwarz verfärbte Lunge, ein kaputtes Gebiss und sogar ein Toter mit zugenähtem Brustkorb: Mit drastischen Bildern auf Zigarettenschachteln will die US-Regierung von September 2012 an noch eindringlicher vor den Gefahren des Rauchens warnen. Die Tabakkonzerne laufen Sturm, vier von ihnen haben jetzt eine Klage gegen das Gesetz eingereicht.

Vier Tabakkonzerne haben Klage gegen die US-Arznei- und Lebensmittelaufsicht FDA wegen neu vorgeschriebener Warnhinweise auf Zigarettenpackungen eingereicht. Von September 2012 an sollen drastische Bilder von Raucherlungen oder Nikotintoten die Hälfte der Schachteln einnehmen sowie ein Fünftel von Reklameflächen ausmachen. Damit nehmen die Schockbilder auf den Packungen mehr Raum ein als der Markenname der Zigaretten.

Das drittgrößte Tabakunternehmen in den USA, Lorillard, erklärte, die neuen Warnhinweise über die Gefahren des Rauchens seien ein "verfassungswidriges Mittel", um die Tabakindustrie dazu zu zwingen, die Anti-Raucher-Botschaft der Regierung zu verbreiten.

Nie zuvor in den USA seien Hersteller eines legal produzierten Produkts verpflichtet worden, auf ihrer eigenen Verpackung und in ihrer Werbung eine emotional aufgeladene Botschaft der Regierung zu übermitteln, mit der erwachsene Verbraucher dazu gedrängt werden, ihre Produkte zu meiden, heißt es in der Klage.

Die drei anderen Kläger vor einem Bundesgericht in Washington sind die Tabakkonzerne R.J. Reynolds, Commonwealth Brands und die Liggett Group LLC. Die von der FDA vorgeschriebenen neuen Warnhinweise sollen auf die obere Hälfte der Vorder- und Rückseite von Zigarettenpackungen sowie auf ein Fünftel von Zigarettenreklamen gedruckt werden. Sie zeigen unter anderem eine schwarze Raucherlunge, einen durch Narben entstellten Mund und einen toten Mann mit zugenähtem Brustkorb.

Der FDA zufolge sterben in den USA täglich 1200 Menschen an den Folgen des Rauchens.

© sueddeutsche.de/AFP/leja/gal

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