Wenn ein Imperium für die Bedienung seiner Schulden mehr bezahlen muss, als es für seine Verteidigung aufbringen kann, ist das ein untrügliches Indiz für den schleichenden Niedergang einer Großmacht. Zu dieser These gelang der britisch-amerikanische Historiker Niall Ferguson anhand von Beispielen wie dem spanischen Habsburgerreich, dem Osmanischen Reich und dem britischen Empire. Inzwischen ist das „Ferguson-Limit“ auch für die USA keine abstrakte Schwelle mehr. Für das Haushaltsjahr 2026 werden Nettozinsausgaben von rund einer Billion Dollar erwartet, das dürfte sogar in etwa so viel sein, wie die US-Regierung für Bildung und Verteidigung zusammen ausgibt. Ferguson sieht darin eine ernste Bedrohung für den dauerhaften Bestand der amerikanischen Macht, insbesondere angesichts der Rivalität mit China.
AnleihemärkteAmerikas Schuldenproblem: Bekommt Europa die Rechnung?
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US-Präsident Donald Trump, hier während einer Ansprache an Journalisten in Chicago.
Nathan Howard/REUTERSDie USA sind so hoch verschuldet wie nie zuvor, die Anleiherenditen steigen. Auch in Europa werden deswegen Kredite teurer. Und Trump könnte seine Macht nutzen, um Banken und Anleger weiter unter Druck zu setzen.
Von Meike Schreiber und Markus Zydra, Frankfurt
