Süddeutsche Zeitung

Handelsstreit:Trump kündigt "gewaltige" Einigung mit Xi an

  • Der US-Präsident stellt ein Abkommen im Handelsstreit mit China innerhalb der nächsten vier Wochen in Aussicht.
  • Erneut spricht er von einem möglichen Gipfel mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi, einen Termin nennt er nicht.
  • Kommt es zu einer Einigung, ist denkbar, dass Trump sich erneut auf die deutschen Autohersteller konzentriert - und auf angekündigte Strafzölle.

US-Präsident Donald Trump hält nach eigenen Angaben ein Handelsabkommen mit China innerhalb von etwa vier Wochen für denkbar. Es würden bei den laufenden Gesprächen schnelle Fortschritte erzielt, sagte Trump am Donnerstag in Washington anlässlich eines Treffens mit dem chinesischen Unterhändler Liu He.

Auch dieser sprach von großen Fortschritten. US-Medien zitieren Trump mit der Aussage, es werde innerhalb eines Monats eine "gewaltige Einigung" geben. Das Abkommen stehe kurz vor der Vollendung. Trump hatte schon im Februar von "erheblichen Fortschritten" gesprochen. Dagegen erklärte der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer, es seien noch zentrale Fragen ungeklärt.

Der Handelsstreit der beiden größten Volkswirtschaften hält seit Monaten an und beschäftigt die Börsen weltweit. Trump stellte erneut einen Gipfel mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping in Aussicht. Sollte es zu einer Vereinbarung kommen, werde es ein Treffen mit Xi in Washington geben.

Beiden Seiten geht es im Prinzip um die technologische, wirtschaftliche und letztlich politische Vorherrschaft im 21. Jahrhundert. Die USA haben Sonderzölle auf Waren aus China im Wert von mehr als 250 Milliarden Euro erhoben. China reagierte mit Vergeltungszöllen. Seit Wochen pendeln Delegationen beider Länder zwischen Peking und Washington hin und her, um nach einer Lösung in dem Konflikt zu suchen. Die USA fordern mehr Marktzugang in China, eine Verringerung des US-Handelsdefizits sowie einen besseren Schutz gegen Produktpiraterie und zwangsweisen Technologietransfer für in China tätige US-Unternehmen. Auch stoßen sich die USA an staatlicher Förderung chinesischer Firmen, was den Markt verzerre.

Eine Einigung im Handelsstreit hätte möglicherweise einschneidende Folgen für Deutschland. Denkbar ist, dass Trump sich erneut auf den deutschen Automarkt konzentriert. Schon in der Vergangenheit hatte er die deutsche Autoindustrie zu einer Bedrohung der "nationalen Sicherheit" der USA erklärt und mit Strafzöllen von bis zu 25 Prozent gedroht. Allerdings hatte es dazu auch widersprüchliche Aussagen von Trump gegeben. Die deutschen Autohersteller versuchen seit Monaten, Zölle abzuwenden.

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