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Handelskonflikt:US-Regierung vertagt viele neue Strafzölle gegen China

Studie: Chinas Investoren verringern Engagement in Europa

Importe aus China sollen teurer und damit unattraktiver werden, sagt US-Präsident Donald Trump.

(Foto: dpa)
  • Neue US-Strafzölle von zehn Prozent auf diverse chinesische Produkte sollen erst Monate später in Kraft treten, als ursprünglich geplant.
  • Die bereits bestehenden Strafzölle von 25 Prozent auf Importe im Wert von rund 250 Milliarden Dollar bleiben davon unberührt.

Die US-Regierung hat angekündigt, diverse Produkte aus China erst später mit zusätzlichen Zöllen zu belegen. Eigentlich sollte der Import diverser Güter ab Anfang September zehn Prozent teurer werden - doch das sei nun vorerst auf den 15. Dezember verschoben, teilte das Büro des US-Handelsbeauftragten mit. Damit wird das Weihnachtsgeschäft in den USA wohl kaum noch von den Zöllen betroffen sein.

Es geht dabei um Zölle auf Waren im Gesamtwert von 300 Milliarden Dollar. Zu diesen gehören bestimmtes Spielzeug, manche Schuhe und Kleidungsstücke; sowie Monitore, Mobiltelefone und Laptops. In die Kategorien der Elektrogeräte könnten auch Produkte bekannter Marken fallen, darunter des iPhone-Herstellers Apple. Dessen Aktienkurs stieg nach der Bekanntgabe zwischenzeitlich um mehr als fünf Prozent. Bestimmte für die Gesundheit oder die nationale Sicherheit wichtige Produkte wollen die USA permanent von den Zöllen ausschließen, hieß es in der Mitteilung weiter. Eine Liste mit den ausgenommenen Produkten soll in Kürze veröffentlicht werden. Für gewisse Produkte sollen die zusätzlichen Zolle aber wie geplant am 1. September in Kraft treten. Welche das sind, ist aber ebenfalls noch unklar.

Die neuen Strafzölle sollten fast alle Importe aus China erfassen

US-Präsident Donald Trump hatte die zusätzlichen Strafzölle Anfang August angekündigt. Zuvor endeten Handelsgespräche mit China ohne klares Ergebnis. Die bereits bestehenden Strafzölle von 25 Prozent auf Importe im Wert von rund 250 Milliarden Dollar bleiben davon unberührt. Mit der Einführung der neuen Strafzölle sollten fast alle Importe aus China erfasst werden.

Die USA und China wollten bislang im September erneut Gespräche zu einem Handelsabkommen führen. Das chinesische Handelsministerium teilte nun auf seiner Internetseite mit, der chinesische Vizepremierminister Liu He habe an diesem Dienstag mit dem US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer und Finanzminister Steven Mnuchin telefoniert. Demnach wollen China und die USA bereits in zwei Wochen Handelsgespräche führen.

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