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US-Wahl:Trump will Millionen Stellen schaffen - lehnt aber Einwanderung ab

Arbeitsmarkt

Die Wirtschaft in den USA wächst seit sieben Jahren. Auch der Arbeitsmarkt entwickelt sich in Richtung Vollbeschäftigung, selbst wenn Kritik an der Zusammensetzung der amtlichen Statistik durchaus berechtigt ist: Die Arbeitslosenquote ist nicht zuletzt deshalb so gering, weil nach der Rezession von 2009 Millionen Menschen die Suche nach einem Job frustriert aufgaben. Sie gelten seitdem nicht mehr als arbeitssuchend und fallen somit aus der offiziellen Statistik heraus. Würden sie mitgezählt, läge die Zahl der Arbeitslosen mit etwa 13 Millionen Menschen fast doppelt so hoch wie offiziell angegeben.

Donald Trump scheint all diesen Menschen Arbeit verschaffen zu wollen, denn er hat angekündigt, in nur einem Jahrzehnt 25 Millionen zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen. Das wären exakt dreimal so viele neue Stellen wie es derzeit offiziell Arbeitslose gibt - und die sind ohne Einwanderer kaum zu besetzen. Und die Einwanderer will Trump bekanntermaßen am liebsten ausweisen lassen.

Die Mauer

3144 Kilometer ist die amerikanisch-mexikanischen Grenze lang - und an der will der neue Präsident der Vereinigten Staaten eine Mauer bauen. Sie soll illegale Einwanderer davon abhalten, in die USA einzureisen.

Die US-Wirtschaft ist jedoch auf gering qualifizierte, billige Arbeitskräfte angewiesen. Deshalb ist ein Großteil der Wirtschaft gegen diesen Teil von Trumps Plänen. Auch ist völlig offen, wie er die Kosten für den Bau einer solchen Mauer überhaupt finanzieren will.

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Krankenversicherung

Vieles von dem, was Obama auf den Weg gebracht hat, möchte Trump als 45. Präsident der Vereinigten Staaten wieder rückgängig machen. Dazu gehört auch die Gesundheitsreform des amtierenden Präsidenten: Obamacare. Im Wahlkampf kündigte er an, gleich am ersten Tag seiner Regierungsperiode den Kongress zu bitten, die Gesundheitsreform wieder aufzuheben und die Verteilung dem freien Markt zu überlassen.

Die USA sind das Land mit den höchsten Gesundheitskosten der Welt und den - gemessen daran - miserabelsten Ergebnissen. Auch wenn es Obama gelang, etwa 20 Millionen zuvor nicht geschützten Menschen eine Versicherung zu verschaffen, besitzen noch immer etwa 29 Millionen Amerikaner keine Krankenversicherung.

Straßen und Flughäfen

Trump will Amerika "die wunderbarste Infrastruktur der Welt" bescheren. Straßen, Brücken, Bahnhöfe und Flughäfen sollen dafür einmal rundum modernisiert werden. Wie er das erreichen will, hat er in einer früheren Wahlkampfrede bereits umrissen: "mit amerikanischen Arbeitern und amerikanischem Stahl".

Allerdings hat der neue Präsident auch diesbezüglich bislang kein Wort über eine mögliche Finanzierung verloren. Auch, ob er das Infrastrukturprojekt als Konjunkturspritze sieht oder sich schlicht und einfach an der veralteten Infrastruktur stört, ließ er im Wahlkampf offen.

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