US-Starökonom will Weltbankpräsident werden:Ja! Ich! Kann!

UN-Berater und Bestsellerautor: Jeffrey Sachs möchte an die Spitze der Weltbank rücken. Er ist der erste Kandidat, der sein Interesse öffentlich gemacht hat. Doch warum sollte gerade er die Nachfolge von dem noch amtierenden Chef Robert Zoellick antreten? Sachs sagt das ganz unverblümt.

Seine Parteifreunde sind sich da ganz sicher: Der Wirtschaftswissenschaftler Jeffrey Sachs soll an die Spitze der Weltbank rücken. In einem jetzt veröffentlichten Brief an US-Präsident Barack Obama schrieben 27 Abgeordnete, der 57-jährige Leiter des Earth Institute an der Columbia-Universität und Sonderberater von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verfüge über die notwendige Erfahrung und Sachkenntnis, um die Weltbank in diesen schwierigen Zeiten zu führen.

US-Starökonom will Weltbankpräsident werden: Jeffrey Sachs: "Ich dürfte der einzige Kandidat sein, der rund um die Welt große Zustimmung erfährt."

Jeffrey Sachs: "Ich dürfte der einzige Kandidat sein, der rund um die Welt große Zustimmung erfährt."

(Foto: AFP)

Noch viel mehr ist allerdings Sachs von sich selbst überzeugt. Er sagte der Frankfurter Rundschau: "Mehrere Entwicklungsländer haben mich dafür nominiert, und das nehme ich sehr ernst." Damit ist er der erste öffentliche Bewerber für das internationale Amt, das traditionell von der US-Regierung vergeben wird. Sachs, der mehrfach zu einem der einflussreichsten Menschen der Welt gewählt wurde, betonte: "Nach elf Weltbank-Präsidenten aus Wirtschaft und Politik, die alle keinerlei Erfahrung in Entwicklungsfragen hatten, braucht es endlich einen versierten Fachmann mit einem soliden internationalen Erfolgskonto auf dem Gebiet."

Allein seine Kandidatur bringe Dynamik in die Sache, sagte er. "Ich dürfte der einzige Kandidat sein, der rund um die Welt große Zustimmung erfährt." Zurzeit unterstützen den Amerikaner laut Zeitung rund 20 Länder.

In der vergangenen Woche hatte der US-Senator und frühere demokratische Präsidentschaftskandidat John Kerry abgewunken. Aus Weltbank-Kreisen hatte es zuvor geheißen, dass Kerry in der engeren Auswahl für den Posten sei, der traditionell mit einem US-Bürger besetzt wird.

Neben Kerry waren auch die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Susan Rice, und der frühere Wirtschaftsberater von Präsident Barack Obama, Larry Summers, als Kandidaten genannt worden. Auch US-Außenministerin Hillary Clinton, die ebenfalls im Gespräch war, hatte bereits erklärt, den Posten nicht anzustreben.

Der derzeitige Präsident der Weltbank, Robert Zoellick, tritt am 30. Juni nach fünf Jahren an der Spitze der Finanzinstitution ab. Die Organisation will bis zu ihrer gemeinsamen Frühjahrstagung mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) am 20. April einen Nachfolger benennen. Die Nominierungsfrist für die Besetzung des Präsidentenpostens läuft bis 23. März.

© sueddeutsche.de/hgn/mkoh
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