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US-Senat rügt Großbank HSBC:Eine "durch und durch versaute Unternehmenskultur"

Der US-Senat erhebt schwere Vorwürfe gegen die internationale Großbank HSBC: Sie habe das Finanzsystem für Terroristen, Drogendealer und Geldwäscher geöffnet. Die "versaute Unternehmenskultur" habe es ermöglicht, Geld fragwürdigster Herkunft in die USA zu schleusen. Das Bank-Management bedauert die Vorfälle - "manchmal" seien die Standards nicht eingehalten worden.

Drogenkartelle und Geldwäscher aus Mexiko, zwielichtige Fonds aus Syrien, den Cayman Islands, Iran und Saudi-Arabien - mit derart dubiosen Geschäften will eine international angesehene Bank normalerweise nicht in Verbindung gebracht werden.

Doch genau diesen Vorwurf macht der US-Senat der in London ansässigen Großbank HSBC: Die Senatoren kamen in einem Bericht zu dem Schluss, dass die HSBC-Zentrale in London ihren Filialen in Ländern wie Mexiko, Bangladesch und Saudi-Arabien erlaubt hat, Milliarden Dollar verdächtiger Herkunft ohne hinreichende Kontrollen und unter Umgehung der Regeln des Bankensystems in die USA zu schleusen.

Ihre "durch und durch versaute Unternehmenskultur", so zitiert Reuters aus dem Bericht, hätte es der britischen Bank erlaubt, Klienten aus den zweifelhaftesten und gefährlichsten Ecken der Welt zu finanzieren. Das Geschäftsgebaren der HSBC komme einer Öffnung des Finanzsystems für Terroristen, Drogendealer und Geldwäscher gleich.

In einer "Ära des internationalen Terrorismus, der Drogengewalt auf den Straßen und der organisierten Kriminalität" sei es zwingend, gegen illegale Geldflüsse vorzugehen, die solche Verbrechen finanzierten, erklärte Senator Carl Levin. Er warnte, dass die Aufsichtsbehörden darüber nachdenken müssten, der Bank die Lizenz zu entziehen, wenn sie ihre eigenen Filialen nicht richtig kontrolliere.

Wie das Wall Street Journal berichtet, hat das HSBC-Management bereits reagiert und Fehler eingeräumt: "Wir gestehen ein, dass wir in der Vergangenheit manchmal die Standards nicht eingehalten haben, die Kontrolleure und Kunden erwarten", erklärte die Bank. Man bedauere diese Fehler und werde die Verfehlungen korrigieren. Zudem sagte die Bank zu, sich bei einer Anhörung am Dienstag dem Senat zu stellen. In Zukunft würden für alle Filialen weltweit einheitliche Regeln gelten, die sich an dem höchsten geltenden Standard orientierten, versicherte die Bank.