bedeckt München 23°

US-Saktionen:Sulzer-Konzern in Bedrängnis

Cotton Production From Harvest To Retail As Global Stockpiles Reach Record Levels

Ein Arbeiter kontrolliert eine Wasserstrahldüsenwebmaschine von Sulzer India Ltd. in Faisalabad, Pakistan.

(Foto: Asad Zaidi/Bloomberg)

US-Sanktionen gegen den russischen Miteigner Viktor Vekselberg treffen den Schweizer Maschinenbauer hart.

Die US-Sanktionen gegen russische Oligarchen machen dem Schweizer Maschinenbauer Sulzer zunehmend das Leben schwer. So haben die Banken den Konzern, der vom Magnaten Viktor Vekselberg kontrolliert wird, von US-Dollar-Transaktionen abgeschnitten, wie ein Sulzer-Sprecher am Mittwoch sagte und damit entsprechende Medienberichte bestätigte. "Wir können keine US-Dollar-Transaktionen mehr machen", erklärte der Sprecher. Dabei gebe es allerdings Ausnahmen. Gehälter und Lieferanten könne der Konzern weiter bezahlen. Zudem könne Sulzer bestehende Aufträge abarbeiten, aber kein Neugeschäft machen. Die Schweizer Großbanken Credit Suisse und UBS haben nach Angaben von Marktteilnehmern den Handel mit Sulzer-Aktien ausgesetzt. Die Geldhäuser wollen offenbar verhindern, dass sie die Sanktionen verletzten und selbst ins Visier der US-Behörden geraten. Das US-Finanzministerium hatte am Freitag gegen sieben Russen und zwölf ihrer Firmen Strafen verhängt, weil sich Russland in den US-Präsidentschaftswahlkampf eingemischt haben soll.

Im Visier der Amerikaner stehen zudem Gesellschaften, an denen die Oligarchen die Mehrheit halten. Dazu gehört auch Sulzer. Der Winterthurer Konzern vereinbarte deshalb über das Wochenende, eigene Aktien von Vekselbergs Renova zu kaufen, sodass der Anteil der Beteiligungsgesellschaft an Sulzer unter 50 Prozent fällt. Diese Transaktion muss aber noch vom US-Finanzministerium anerkannt werden, bevor sie vollzogen wird. Bis dahin behandeln die Banken Sulzer wie eine Firma, gegen die Sanktionen gelten. "Wir erwarten, dass die Sperren in den nächsten Tagen aufgehoben werden", sagte der Sprecher.

ZKB-Analyst Armin Rechberger wies darauf hin, dass die Handlungsfähigkeit von Sulzer in den USA, wo der Maschinenbauer fast ein Viertel seines Umsatzes erwirtschaftet, gegenwärtig stark eingeschränkt sei. US-Investoren dürften ihre Anlagen in Sulzer auf den Prüfstand stellen. Im Verlauf der Woche haben die Titel 21 Prozent an Wert verloren. Der Druck könnte andauern. Der Indexanbieter MSCI erklärte, falls bis zum 16. April keine Klarheit bestehe, ob Sulzer Gegenstand von Sanktionen sei, werde das Schweizer Unternehmen aus ihren Aktienindizes gestrichen. "Sollte dies geschehen, können wir uns auf eine weitere Verkaufswelle gefasst machen", sagte ein Händler.