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US-Präsidentschaftskandidat:Jetzt lässt sich Trump doch von Frauen beraten

Donald Trump bei einem Auftritt in Florida.

(Foto: AFP)
  • Donald Trump hat neun neue Mitglieder für seinen Wirtschaftsberaterstab verkündet. Acht von ihnen sind Frauen.
  • Zuvor war er dafür kritisiert worden, nur Männer in seinen Stab aufgenommen zu haben.

Trump setzt auf seinesgleichen. Die Wirtschaftsberater, die er Anfang der Woche vorstellte und die mit ihm ein Programm für die Zukunft der USA entwickeln sollen, teilen einige Merkmale mit ihm: Sie sind weiß, männlich, in der Regel etwas älter und alle schwerreich. Auf renommierte Ökonomen, die üblicherweise zu den Beraterteams von Präsidentschaftskandidaten gehören, will Trump verzichten. Und auch die weibliche Komponente fehlte bei der Vorstellung seines Teams. Nach der Verkündung seines Beraterstabs hagelte es Kritik. Hillary Clinton etwa sagte, Trump habe Hedgefondsleute und Milliardäre angeheuert sowie "sechs Typen mit dem Namen Steve".

Nicht einmal eine Woche später hat Donald Trump reagiert - und sein Team erweitert. Neun Mitglieder sind am Donnerstag in den Stab nachgerückt und siehe da: Acht von ihnen sind Frauen. Trumps Team umfasst damit sogar mehr weibliche Mitglieder als Berater mit dem Namen Steve.

Auch die neuen Beraterinnen sind weiß und reich

Unmittelbar nach der Kritik an Trumps Wirtschaftsberaterteam hatte es geheißen, der Präsidentschaftskanditat wolle sein Team nun nach und nach erweitern. Selbstverständlich solle dann auch die ein oder andere Frau dazugehören, aber das müsse man sehen. Nun ging es erstaunlich schnell.

Auch wenn Trumps neue Beraterinnen vom anderen Geschlecht sind: Sie weisen doch eine ähnliche Biografie auf, wie die bisherigen Wirschaftsberater von Trump. Sie sind alle weiß, größtenteils sehr reich - eine von ihnen, Diane Hendricks, wurde vom Forbes Magazin zu "Amerikas reichster Self-Made-Millionärin" gekürt - und fast keine von ihnen gehört zur Riege der klassischen Ökonomen.

Vielmehr kommen seine neuen Beraterinnen aus Politik und Wirtschaft. Betsy McCaughey beispielsweise ist eine frühere Vizegouverneurin des Bundesstaats New York, Brooke Rollins und Kathleen Hartnett White besetzen Managementposten im konservativ ausgerichteten Think Tank "Texas Public Policy Foundation" und Diane Hendricks ist Vorsitzende und Besitzerin des Bauprodukt-Konzerns ABC Supply Co.

Sorgen um seine Zukunft macht Trump sich nicht

Ob die Integration von Frauen in sein Beraterteam Trumps Kampagne beflügeln wird, ist ungewiss. Aktuelle Umfragen sehen ihn derzeit teilweise deutlich hinter Konkurrentin Hillary Clinton. Gegenüber dem amerikanischen Sender CNBC hat sich Trump jetzt erstmals über den Fall einer Wahlniederlage geäußert. Falls er in drei Monaten nicht als Sieger aus den Wahlen hinausgehen würde, "dann ist das okay", sagt Trump und gibt sich optimistisch: "Ich werde dann in ein sehr angenehmes Leben zurückkehren."

© SZ.de/vit/dit/jps

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