US-Milliardenbetrüger Bernie Madoff verdient im Gefängnis 40 Dollar pro Monat

Wenige sind so tief gefallen wie er: Bernie Madoff war ein Liebling der Wall Street - bis das größte Schneeball-System der Geschichte aufflog. Jetzt putzt er in North Carolina Telefone im Knast. Und schläft schlecht.

Er besaß eine Yacht, Häuser in Palm Beach, in Frankreich und am Atlantikstrand bei New York. Jetzt sitzt er in einer Zelle und bekommt 40 Dollar im Monat. Früher verdiente er so viel Geld - illegal - in wenigen Sekunden. Bernard Madoff lockte jahrzehntelang Tausende vermögende Personen und Organisationen mit Phantasie-Renditen und zockte 17,5 Milliarden Dollar ab. Der heute 75-Jährige machte sich und seiner Familie mit dem Geld ein schönes Leben und verkehrte in höchsten Kreisen der Wall Street - bis er seine Investoren 2008 nicht mehr ausbezahlen konnte.

Seine Geschäfte gelten als eines der größten Pyramidensysteme der Geschichte. Zu seinen prominenten Opfern zählen unter anderem der Schauspieler Kevin Bacon und eine Wohltätigkeitsorganisation von Regisseur Steven Spielberg. L'Oreal-Erbin Liliane Bettencourt, einer der reichsten Menschen der Welt, soll Millionen verloren haben. Trotz mehrerer Warnungen untersuchten die zuständigen Aufsichtsbehörden Madoffs Geschäfte zunächst nicht tiefgehend. Doch 2009 wurde er zu 150 Jahren Haft verurteilt - seine Entlassung ist für das Jahr 2139 vorgesehen.

Von seinem kargen Leben im Gefängnis von Butner, North Carolina, hat der Milliardenbetrüger jetzt CNN in einem Telefoninterview berichtet. "Ich kümmere mich um die Telefone und die Computerdienste", sagte Madoff dem US-Sender. Die Arbeit erfordere keinerlei technische Fähigkeiten und nehme jeden Tag wenige Stunden in Anspruch. Er müsse lediglich darauf achten, dass die Geräte funktionierten und sauber seien.

"Normalerweise stehe ich um halb fünf auf, weil ich nicht schlafen kann." Der Selbstmord seines Sohnes Mark, der ebenfalls in die Geschäfte verwickelt war, und für den er sich die Schuld gebe, treibe ihn um.

Madoff sagte dem Sender auch, dass er nach dem Börsencrash am "Schwarzen Montag" 1987 zu betrügen begann. Damals hatte er viel Geld verloren - und begann, seine Investoren auszunehmen. Er habe aber nie vorgehabt, zwei Jahrzehnte lang weiterzumachen. Er habe die Kontrolle verloren.

CNN beschäftigt sich nicht zum ersten Mal mit Madoffs Alltag im Gefängnis. Nach seiner Verurteilung gaben ihm die Journalisten des Senders etwas geschmacklose Überlebenstipps. Die Kosten für das R-Gespräch mit Madoff übernahm CNN eigenen Angaben zufolge ebenfalls. Madoff habe nicht genug Geld gehabt, hieß es.