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US-Einwanderungspolitik:Konzernchefs schicken Brandbrief an Trump-Regierung

Donald Trump und Tim Cook

Apple-Chef Tim Cook bei einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump im Juni.

(Foto: Alex Brandon/AP/DPA)
  • Die Chefs von 59 US-Konzernen kritisieren die Einwanderungspolitik von Donald Trump.
  • Nach Ansicht der Manager verschrecken die vielen Änderungen und Verschärfungen qualifizierte Mitarbeiter und Bewerber.

Dutzende US-Konzernchefs haben die Einwanderungspolitik von Präsident Donald Trump scharf kritisiert. Widersprüchliche Entscheidungen der Regierung würden viele Angestellte verunsichern, etwa was die Arbeitserlaubnis ihrer Ehepartner angehe, schreiben 59 Manager in einem Brief (PDF), der an Trumps Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen adressiert ist. Zu den Absendern gehören Apple-Chef Tim Cook oder der Vorstandschef der Investmentbank JP Morgan, Jamie Dimon. Auch die Chefs von Firmen wie Cisco, American Airlines, oder Pepsi haben den Brief unterzeichnet.

Nach Ansicht der Manager verschreckt Trumps Einwanderungskurs qualifizierte Mitarbeiter sowie Bewerber. Langjährige Angestellte müssten damit rechnen, ihren Status aberkannt zu bekommen, heißt es in dem Brief. Es sei zwar "legitim", dass die Regierung die Einwanderungsregeln überprüfe. Aber sie müsse Änderungen vermeiden, die "das Leben Tausender gesetzestreuer und qualifizierter Mitarbeiter durcheinanderbringen und die der Wettbewerbsfähigkeit der USA erheblichen Schaden zufügen". Die Änderungen seien "unfair" und führten zu "unnötigen Kosten".

Die Unternehmen, die den Brief unterzeichnet haben, sind auf hoch qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen. Insbesondere für Tech-Konzerne wie Google, Apple oder Facebook ist die verschärfte Einwanderungspolitik des Präsidenten ein Problem.

Bereits im April vergangenen Jahres unterzeichnete Trump ein Dekret, das die Vergabe sogenannter H-1B-Visa erschwert. Sie gewähren Akademikern einen befristeten Aufenthalt in den USA, um dort zu arbeiten. Studien zeigen, dass die Zahl der abgelehnten Visa für Fachkräfte steigt. Der Arbeitskräftemangel führe schon jetzt dazu, dass die Zahl unbesetzter Stellen auf historische Höchststände steige, schreiben die Manager. Da sei es der falsche Zeitpunkt, den "Zugang zu Talenten" zu beschränken.

© SZ.de/jps/dit
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