Ifo-InstitutJede zwölfte Firma bangt um ihre Existenz

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Im Gastgewerbe bangen fast 20 Prozent der Betriebe um ihre Existenz.
Im Gastgewerbe bangen fast 20 Prozent der Betriebe um ihre Existenz. Jonas Walzberg/dpa

Besonders angespannt ist die Situation im Einzelhandel und in der Gastronomie. Das liegt an der Konsumzurückhaltung vieler Verbraucher.

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Etwa jedes zwölfte Unternehmen in Deutschland sieht den eigenen Fortbestand gefährdet. 8,1 Prozent gaben das an, wie das Münchner Ifo-Institut am Montag zu seiner April-Konjunkturumfrage mitteilte. „Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt“, sagte der Leiter der
Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. „Die Insolvenzzahlen dürften vor dem Hintergrund der geopolitischen Unsicherheit in den kommenden Monaten auf ⁠einem hohen Niveau bleiben.“ Besonders kritisch ist die Lage im Einzelhandel: 17,4 Prozent der Unternehmen sehen sich existenziell bedroht – „ein neuer Höchststand“, wie das
Institut betonte.

Die Kaufzurückhaltung der Verbraucher ist demnach das Hauptproblem. Zusätzlich ‌belasten der wachsende Online-Handel und Billiganbieter aus dem ‌Ausland die Geschäfte. Insgesamt fürchten 1,6 Prozent aller Handelsunternehmen (Groß- und Einzelhandel), dass sie aufgeben müssen. Branchenübergreifend belasten den Angaben nach drei Probleme die Unternehmen: fehlende Aufträge und schwache Nachfrage, steigende Betriebs- und
Energiekosten sowie eine zunehmende Bürokratie. Viele Betriebe berichten auch deshalb von zunehmenden Liquiditätsengpässen, weil ihre Kunden sparen oder insolvent werden. „Die Krise überträgt sich entlang der Lieferketten“, sagte ‌Wohlrabe. „Wenn Kunden wegbrechen oder Aufträge stornieren, trifft das die Zulieferer und Dienstleister mit voller Wucht.“

Bei den ‌Dienstleistern sehen sich 7,6 ‌Prozent der Unternehmen in ihrer Existenz bedroht. Im Gastgewerbe liegt der Wert bei fast 20 Prozent. Auch in der Werbung und Marktforschung ist der Anteil mit 14,3 Prozent überdurchschnittlich hoch. In der Industrie ‌ist der Anteil der existenziell bedrohten Unternehmen leicht auf 7,5 Prozent zurückgegangen. „Dennoch bleibt der Druck erheblich“, betonte das Ifo-Institut. „Hohe Energie- und Rohstoffkosten sowie internationale Wettbewerbsnachteile gegenüber asiatischen Anbietern belasten vor allem exportorientierte Branchen.“ Im Bauhauptgewerbe stieg der Anteil leicht auf ⁠7,3 Prozent. Als Grund nannten die Forscher den anhaltenden ‌Auftragseinbruch im Wohnungsbau. ‌Lange Genehmigungsverfahren und die Zurückhaltung der Banken bei der Baufinanzierung würden die Branche belasten.

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