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Unklarer Wahlausgang und anhaltende Rezession:Ratingagentur stuft Italiens Kreditwürdigkeit herab

Der Patt nach der Wahl in Italien hat für Unsicherheit an den Märkten gesorgt. Nun reagiert die Ratingagentur Fitch und stuft die Bonität Italiens um eine Stufe herab. Die Prognose sei negativ.

Wegen des unklaren Wahlausgangs und der anhaltenden Rezession hat die Ratingagentur Fitch die Kreditwürdigkeit Italiens herabgestuft. Die Bonität werde nur noch mit "BBB+" und damit eine Stufe unter der bisherigen Note "A-" bewertet, teilte die Agentur in London mit.

Es war die erste Abwertung der Bonität des Euro-Krisenlandes seit den Parlamentswahlen, die wegen des Patts für Unsicherheit an den Märkten gesorgt hatten. Zudem droht Fitch der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone eine weitere Herabstufung an, sollte die Wirtschaft weiter schrumpfen. Der Ausblick für das Rating ist "negativ".

Bei Anlegern schürte die Entscheidung die Furcht vor einer neuen Eskalation der Schuldenkrise. Der Euro reagierte mit Kursverlusten. Angesichts des unklaren Wahlausgangs sei die Bildung einer stabilen Regierung in den kommenden Wochen unwahrscheinlich, erklärte Fitch. Die politische Unsicherheit sei ein weiterer Rückschlag für die rezessionsgeplagte Wirtschaft.

Nur noch drei Stufen über Ramschniveau

Die aktuelle Note liegt nur noch drei Stufen über dem sogenannten Ramschniveau. Unmittelbar nach dem Urnengang hatte auch die Ratingagentur Moody's mit einer Abstufung der Bonität gedroht, da dem Land wegen des Patts zwischen Mitte-Links und Mitte-Rechts politischer Stillstand drohe. Der unter dem bisherigen Regierungschef Mario Monti angestoßene Reformkurs könne verzögert werden, hatte Moody's seinerzeit argumentiert.

Die andere große Agentur Standard & Poor's (S&P) hatte sich dagegen weniger kritisch gezeigt und bloß vor verschleppten Strukturreformen gewarnt. Bei beiden Agenturen rangiert Italien im Ranking bereits in der "B-Klasse", bei Moody's liegt es derzeit bei "Baa2" und bei S&P erhält Italien, wie jetzt bei Fitch, die Note "BBB+".

Die Wahl in Italien hatte keine klare Mehrheit zustande gebracht. Zwar wurde das Mitte-Links-Lager um Pier Luigi Bersani stärkste Kraft im Abgeordnetenhaus, im gleichberechtigten Senat kam aber kein Bündnis auf die nötige Mehrheit.