Es war höchste Eile geboten, als die Bundesregierung Ende 2022 bei Uniper einsprang. Allein in jenem Jahr hatte der Düsseldorfer Energiekonzern wegen ausbleibender Gaslieferungen aus Russland einen Verlust von 19 Milliarden Euro eingefahren, nun drohte die Pleite. Mehr als 1000 Stadtwerke und Industriebetriebe hätten ihren Gasversorger verloren, die Zukunft Dutzender Kraftwerke und Gasspeicher in Konzernbesitz wäre offen gewesen. Der Ampelregierung aus SPD, FDP und Grünen blieb kaum eine Wahl: Mit 13,5 Milliarden Euro stützte der Bund den Versorger und nahm ihn zu 99 Prozent in Besitz.
PrivatisierungBund startet milliardenschweren Verkauf des Energiekonzerns Uniper
Lesezeit: 5 Min.

Interessenten können sich bis Mitte Juni bei der Regierung melden. Um weiter eine sichere Gasversorgung zu garantieren, will Finanzminister Lars Klingbeil jedoch ein Faustpfand behalten.
Von Björn Finke und Claus Hulverscheidt, Düsseldorf/Berlin
