Noch am Montagmorgen sah alles danach aus, als sei der Übernahmekampf der italienischen Unicredit um die Commerzbank genauso jäh beendet worden, wie er angefangen hatte: Die Aktien von Deutschlands zweitgrößter Privatbank fielen zum Wochenbeginn zeitweise um mehr als fünf Prozent, schließlich hatte die Bundesregierung am Freitagabend recht eindeutige Signale nach Mailand gesendet: Man behalte vorerst die restlichen zwölf Prozent der Commerzbank-Aktien und unterstütze die Eigenständigkeit der zweitgrößten deutschen Privatbank. Die Botschaft: Eine Übernahme durch Unicredit? Das wäre eine feindliche Aktion. Und weil Unicredit-Chef Andrea Orcel zuvor beteuert hatte, er komme ausschließlich in friedlicher Absicht, schien die Sache vorerst erledigt.
CommerzbankScholz verurteilt Vorstoß der Unicredit
Lesezeit: 4 Min.

Also doch eine feindliche Übernahme? Trotz des Widerstands der Bundesregierung kauft Unicredit-Chef Orcel weitere Anteile an der Commerzbank. Nun reagiert der Bundeskanzler.
Von Meike Schreiber, Frankfurt
