bedeckt München 25°

Reichtum und Katastrophen:"Ungleichheit ist sehr widerstandsfähig"

pest ungleichheit interview

Die Pest kostete im Mittelalter bis zu einem Drittel der Bevölkerung das Leben.

(Foto: Kuma Kum / Unsplash)

Nach tödlichen Pandemien ging es oft den Reichen an den Kragen. Der Historiker Walter Scheidel erklärt, was die Vergangenheit lehrt und warum nach der Pest mehr Menschen Pelz getragen haben.

Von Bastian Brinkmann

Die Forschung von Walter Scheidel macht keine gute Laune. Der Historiker hat analysiert, wie sich die Ungleichheit in den vergangenen Jahrtausenden entwickelt hat. Dabei entdecke er ein Muster: Die Reichen häufen immer mehr an - bis es zur Katastrophe kommt. Ein Weltkrieg oder eine tödliche Pandemie schüttelt die gesellschaftliche Ordnung dann so durcheinander, dass das Vermögen der Überlebenden anschließend gerechter verteilt ist. Tod, Katastrophen und Kriege waren demnach die größten Umverteiler der Geschichte. Scheidel, 54, nennt sie in seinem Buch "The Great Leveler", die "großen Gleichmacher". Der gebürtige Wiener lebt seit 21 Jahren in den USA, ist Professor in Stanford. Die Covid-19-Pandemie verbringt er im Corona-Hotspot New York. Das passe, sagt er: Ein Historiker müsse dort sein, wo die Dinge passieren.

SZ-Plus-Abonnenten lesen auch:
Diskriminierung bei der Jobsuche: Mit Audience Targeting können bestimmte Kandidaten Jobanzeigen nicht sehen.
Bewerbungen
Schreibt gefälligst eure Stellen aus
Junge zeigt seinen Mittelfinger Bonn Germany 02 11 2012 MODEL RELEASE vorhanden Bonn Deutschlan
Erziehung
Ich zähle bis drei
Landgericht Regensburg
Essay
Reporter müssen draußen bleiben
Karoline Preisler FDP Barth Coronavirus Patientin
Covid-19
"Es ging schnell und heftig zu mit Corona"
Abnehmen mit kleinen Tricks; waage
Gesundheit
Was beim Abnehmen wirklich hilft
Zur SZ-Startseite