UN-Entwicklungsziele:Wie sieht "keine Armut" aus?

Mehr als 700 Millionen Menschen auf der Welt leben in extremer Armut. Die Vereinten Nationen wollen diese Zahl minimieren - mit Hilfe von Bildern.

Von Vivien Timmler

6 Bilder

Rio's Pacified Favelas Face Challenges Ahead Of World Cup; Rio's Pacified Favelas Face Challenges Ahead Of World Cup

Quelle: Mario Tama/Getty Images

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Die Elendsviertel von Rio de Janeiro: Der Fotograf Mario Tama hat diese familiäre Szene in der "Sklavenstraße" eingefangen, an der Tausende Menschen verkauft und zu unbezahlter Arbeit gezwungen werden.

Die Aufnahme ist Teil der "Global Goals"-Kampagne der Vereinten Nationen, mit der die Mitgliedsstaaten die 17 Nachhaltigkeitsziele ihrer "Agenda 2030" bekanntmachen wollen. Dafür werden weltweit 100 000 Plakatwände beklebt - mit ausschließlich ermutigenden Fotomotiven. Das oberste Ziel der UN-Agenda: extreme Armut besiegen.

*** BESTPIX *** Political Unrest Plunges Burundi Into Crisis

Quelle: Spencer Platt/Getty Images

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"Wie Armut aussieht, wissen wir alle. Aber wie sieht 'keine Armut' aus?" Das war die Ausgangsfrage für die "Global Goals"-Kampagne, sagt Susan Smith Ellis, Marketing-Chefin von Getty Images. Die Bildagentur suchte dafür die eindrücklichsten Bilder aus ihren Archiven.

Auf dieser Aufnahme von Juli 2015 tanzen und singen Frauen auf einer politischen Kundgebung in Burundi. Das Land gehört zu den am wenigsten entwickelten Staaten der Welt. In den Schulen sitzen bis zu 200 Kinder in einem einzigen Klassenraum, eine Gesundheitsversorgung ist in weiten Teilen des Landes nicht existent. Immer wieder sorgt die Armut auch für politische Unruhen. Und trotzdem zeigen Fotos wie diese: Es gibt auch in Burundi Momente der Freude und der Unbeschwertheit.

Aid Agency Combats The Effect Of Poverty

Quelle: Graeme Robertson/Getty Images

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Seit 1990 ist es gelungen, die Zahl der in extremer Armut lebenden Menschen mehr als zu halbieren. 702 Millionen Menschen sind es noch in diesem Jahr, womit die extreme Armut erstmals auf unter zehn Prozent zurückgeht, wie die Weltbank errechnete.

Trotzdem: Die Armut auf der Welt bis 2030 zu besiegen ist ein ambitioniertes Ziel. Gerade Kinder leiden besonders unter den Umständen, in die sie hineingeboren werden. "Aber wenn irgendjemand in auswegslosen Situationen noch lächeln kann, dann sind es die Kinder. Und die Fotos der Kampagne zeigen: Ein Kinderlachen ist trotz Armut keine Seltenheit. Zum Glück", sagt Susan Smith Ellis.

Two polio drops of safety

Quelle: Ramesh Lalwani/Getty Images

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Extreme Armut wirkt sich fast immer auch auf die Gesundheit der Menschen aus. Kinder, die in ärmliche Verhältnisse geboren werden, sterben fast doppelt so häufig vor ihrem fünften Lebensjahr wie Kinder aus wohlhabenderen Familien. Als "arm" galt bislang, wer am Tag weniger als 1,25 Dollar zum Leben zur Verfügung hatte. Anfang Oktober hob die Weltbank diese Armutsgrenze auf 1,90 Dollar an - aufgrund gestiegener Lebenshaltungskosten in den Entwicklungsländern.

Allein ein Zugang zu gesundheitlicher Grundversorgung ist in vielen subsaharischen oder süd-asiatischen Ländern eine Seltenheit. Das junge Mädchen auf diesem Bild hat Glück: Es erhält eine Schluckimpfung gegen Polio (Kinderlähmung).

Earthquake Survivors Struggle to Survive As Rescue Efforts Continue; Earthquake Survivors Struggle to Survive As Rescue Efforts Continue

Quelle: Paula Bronstein/Getty Images

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Eins der wichtigsten Mittel gegen Armut ist Bildung. Dieses Foto der Reportage-Fotografin Paula Bronstein zeigt Schulkinder in Pakistan zwei Wochen nach einem schweren Erdbeben, das über 50 000 Menschen das Leben kostete. Die Kinder haben schon nach kurzer Zeit wieder Unterricht an einer Behelfsschule.

103 Millionen Kinder weltweit können weder Lesen noch Schreiben - und 60 Prozent davon sind Mädchen. Besonders prekär ist die Bildungslage in subsaharischen Ländern: Dort lebt die Hälfte aller Kinder, die noch nie eine Schule besucht haben.

Indian schoolchildren washing at village school

Quelle: Anna Henly/Getty Images

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Diese indischen Kinder im "Bandhavgarh National Park" können zwar regelmäßig zur Schule gehen - dafür ist sauberes Wasser für sie keine Selbstverständlichkeit. Bis heute haben 663 Millionen Menschen auf der Welt keinen Zugang zu fließendem Wasser. 1990 waren es noch über drei Milliarden.

Sauberes Wasser ist gerade für Kinder genauso wichtig wie ausreichend Nahrung. Weltweit ist eines von sieben Kindern unter fünf Jahren für sein Alter zu klein. Grund ist häufig eine Mangelernährung, die das Wachstum hemmt. Mehr als jedes dritte Kind in Entwicklungsländern ist laut einer Studie des Hilfswerks Brot für die Welt "stunted": Diese Kinder fangen später an zu sprechen und zu laufen und bleiben häufig ihr Leben lang zu klein und sind besonders anfällig für Infektionskrankheiten.

© SZ.de/vit/jasch
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