UN-Bericht:Armut steigt rapide an

Im Zuge der Corona-Pandemie droht einem UN-Bericht zufolge ein historischer Anstieg der weltweiten Armut. Die Krankheit habe den schwersten Wirtschaftseinbruch in Friedenszeiten seit der Weltwirtschaftskrise 1929 verursacht, heißt es in dem in Genf veröffentlichten Bericht. 176 Millionen Menschen drohe dadurch der Fall in die Verarmung. "Die schlimmsten Auswirkungen der Krise auf die Armut stehen noch bevor", so der Sonderberichterstatter für extreme Armut, Olivier De Schutter. Der Bericht, der sich unter anderem auf Zahlen der Weltbank stützt, geht dabei von einer Armutsgrenze von 3,20 US-Dollar pro Tag aus. Zwar hätten 113 Länder im Verlauf der Corona-Krise Sozialprogramme von insgesamt 589 Milliarden US-Dollar aufgelegt. Doch bei vielen Menschen komme dieses Geld nicht an.

Dies beginne schon damit, dass Anträge oft online auszufüllen seien, wodurch Menschen ohne Internetzugang oder Analphabeten außen vor blieben. Außerdem seien die Maßnahmen "kurzfristig, die Hilfe ist unzureichend, und viele Menschen werden unausweichlich in die Lücken fallen." De Schutter appellierte an die internationale Gemeinschaft, ihre Hilfsprogramme zu verstärken. Als besonders gefährdet stuft der UN-Bericht informell und prekär Beschäftigte ein. Dies seien insgesamt zwei Milliarden Menschen oder 61 Prozent der arbeitenden Bevölkerung weltweit.

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