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Umstrittenes Projekt:Nicaragua startet Kanal-Bau im Dezember

Panama-Kanal

Der Panama-Kanal bekommt bald Konkurrenz: Nicaragua will eine eigene Wasserstraße zwischen Atlantik und Pazifik bauen.

(Foto: dpa)

Konkurrenz für den Panama-Kanal: Nicaragua will dieses Jahr mit dem Bau einer 200 Kilometer langen Wasserstraße zwischen Atlantik und Pazifik beginnen. Das Projekt ist nicht nur bei Umweltschützern umstritten: Die Baukosten könnten das Land überfordern.

Nicaragua will im Dezember mit dem Bau eines 200 Kilometer langen Kanals zwischen Atlantik und Pazifik beginnen. Das teilten Nicaraguas Präsident Daniel Ortega und der chinesische Bauunternehmer Wang Jing mit. Mit dem Projekt will Nicaragua dem berühmten Panama-Kanal Konkurrenz machen.

Allerdings ist der Bau der Wasserstraße sehr umstritten. 40 Milliarden Dollar (etwa 30 Milliarden Euro) sind dafür veranschlagt - eine gewaltige Summe für ein Land mit einem Bruttoinlandsprodukt von etwa zehn Milliarden Dollar. Nicaragua hofft auf die Beteiligung weiterer lateinamerikanischer Länder, Zusagen gibt es aber bisher keine.

Das Projekt steht auch in der Kritik von Umweltschützern, weil für den Bau Regenwälder gerodet und Flüsse umgeleitet werden müssen. Gegner des Kanals fürchten zudem um die Souveränität Nicaraguas. Die chinesische Baufirma darf den Kanal auf Grundlage eines Konzessionsvertrags 100 Jahre lang betreiben.

Mit der Ankündigung reagierte Ortega nun offenbar auf Probleme beim Ausbau des Panama-Kanals, die kürzlich bekannt geworden waren. Über die 1914 eröffnete Wasserstraße laufen etwa fünf Prozent des Welthandels. Sie erspart Schiffen den teureren und schwierigeren Weg um das Kap Hoorn an der Südspitze Amerikas.

Der Kanal wird derzeit ausgebaut, um auch den größten Schiffen ausreichend Platz für die Durchquerung zu bieten. Die Baufirmen rechnen allerdings mit einer Fertigstellung erst im Juni 2015 - neun Monate nach dem ursprünglich anvisierten Datum.

© Süddeutsche.de/AFP/bero/jhal

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