Streiks bei Lufthansa-Töchtern Ufo-Gewerkschaft kündigt Urabstimmung an

Lufhansa und Ufo-Gewerkschaft streiten um zwei Tarifverträge: einen, der die Wahl und die Kompetenzen einer Personalvertretung für die fliegenden Mitarbeiter regeln soll; sowie einen zur Teilzeitarbeit.

(Foto: picture alliance / Federico Gamb)
  • An diesem Freitag will die Unabhängige Flugbegleiter-Organisation (Ufo) bekanntgeben, wann sie die Flugbegleiter bei den Lufthansa-Töchtern Eurowings und Germanwings zu einer Urabstimmung über einen unbefristeten Streik aufrufen wird.
  • "Dies wird mit Sicherheit noch im Juli sein", sagte der stellvertretende Ufo-Vorsitzende Daniel Flohr.
  • Danach könne es "sehr rasch" zum Streik kommen.
Von Detlef Esslinger

Die Auseinandersetzung zwischen dem Lufthansa-Konzern und der Unabhängigen Flugbegleiter-Organisation (UFO) geht weiter. An diesem Freitag will die Gewerkschaft bekanntgeben, wann sie die Flugbegleiter bei den Lufthansa-Töchtern Eurowings und Germanwings zu einer Urabstimmung über einen unbefristeten Streik aufrufen wird. "Dies wird mit Sicherheit noch im Juli sein", sagte der stellvertretende UFO-Vorsitzende Daniel Flohr am Donnerstag der Süddeutschen Zeitung. Danach könne es "sehr rasch" zum Streik kommen.

Der Konzern und die Gewerkschaft streiten um zwei Tarifverträge: einen, der die Wahl und die Kompetenzen einer Personalvertretung für die fliegenden Mitarbeiter regeln soll; sowie einen zur Teilzeitarbeit. Angeblich sind beide bereits zu Ende verhandelt, jedoch hat der Lufthansa-Vorstand vor einigen Wochen beschlossen, konzernweit alle Gespräche mit UFO ruhen zu lassen.

Zur Begründung nannte er interne Querelen in der Gewerkschaft. Diese hatten Ende Mai zu zahlreichen Rücktritten von Vorständen und Beiratsmitgliedern geführt. Es müsse zunächst geklärt werden, wer jetzt für UFO überhaupt vertretungsberechtigt sei. Der jetzige Vorstand sei nicht satzungsgemäß zusammengesetzt. Dies hat die Lufthansa der UFO in der vergangenen Woche erneut schriftlich mitgeteilt.

Rechtsgutachten zur Legitimität

Der Vorstand der Gewerkschaft hingegen hält sich für ordentlich legitimiert, hat sich dies in einem Rechtsgutachten bestätigen lassen und der Lufthansa angeboten, die Frage in vertraulichen Gesprächen zu klären. Er bot dafür sogar eine vierwöchige Friedenspflicht an.

Die Lufthansa hätte dafür aber diesen Gesprächen bis zum vergangenen Mittwoch zustimmen müssen. Darauf ging der Konzern nicht ein - mit der Folge, dass die Gewerkschaft nach erneuter Prüfung der Rechtslage nun an diesem Freitag laut eigener Darstellung ihr weiteres Vorgehen bekanntgeben will. Ob der Konzern tatsächlich an der Legitimierung des UFO-Vorstands zweifelt oder eine günstige Gelegenheit nutzen will, dessen Autorität bei den Mitgliedern in Zweifel zu ziehen, ist von außen schwer zu beurteilen.

Im Lufthansa-Konzern vertreten drei Gewerkschaften maßgeblich die Interessen der Beschäftigten: die Vereinigung Cockpit die der Piloten, Verdi die des Bodenpersonals sowie Verdi und UFO die der Flugbegleiter.