Übernahmeversuch von KKR scheitert Rewe lässt Heuschrecken abblitzen

Die US-Beteiligungsgesellschaft KKR hat sich mit Rewe ein neues Übernahmeziel ausgesucht. Doch der Kölner Handels- und Touristikkonzern erteilte KKR eine Abfuhr: "Rewe ist nicht verkäuflich."

Der US-Finanzinvestor KKR strebt zusammen mit einem strategischen Partner den Kauf des Kölner Handels- und Touristikkonzerns Rewe an. Nach Angaben aus Branchenkreisen hat das Konsortium mit dem Rewe-Vorstand über ein Angebot diskutiert.

"Es gab intensive Kontakte und auch Gespräche", hieß es in Finanzkreisen. Als potentieller Partner von KKR ist nach den Angaben der größte deutsche Lebensmittelhändler Edeka im Gespräch.

Allerdings hat Deutschlands zweitgrößter Handelskonzern die Finanzinvestoren vorerst abblitzen lassen. Aufsichtsratschef Heinz-Bert Zander bestätigte am Donnerstag, dass Finanzinvestoren bei dem Kölner Handelskonzern angeklopft haben. "Die Rewe ist nicht verkäuflich. Die Rewe will selber expandieren", sagte Zander der dpa.

Die Rewe sei gesund und habe dazu auch die Möglichkeiten. Der nicht börsennotierte Kölner Handelskonzern gehört Genossenschaften und damit den selbständigen Kaufleuten der Rewe-Gruppe. Zu den Details der Übernahmepläne wollte sich der Aufsichtsratschef nicht äußern.

Zuvor verlautete aus Finanzkreisen, Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka habe Interesse an Rewe gehabt und sei mit dem US-Finanzinvestor KKR als Partner an das Rewe-Management herangetreten. Nach der Ablehnung von Rewe sagte eine mit der Situation vertraute Person: "Damit ist die Sache durch."

Dem Manager Magazin zufolge hatte KKR einen Kaufpreis von mehreren Milliarden Euro für die nicht zum Rewe-Kerngeschäft zählenden Aktivitäten wie die österreichische Kette Billa oder die Rewe-Touristik in Aussicht gestellt.

"Damit ist die Sache durch"

Der Rewe-Großhandel sollte nach den Vorstellungen von KKR künftig von einem anderen Unternehmen betrieben werden. Der Rewe-Vorstand habe den Vorschlag ebenso verworfen wie eine Offerte von KarstadtQuelle, den Rewe-Touristikbereich zu übernehmen, um ihn in die eigene Reisesparte Thomas Cook zu integrieren.

Zudem interessiert sich dem Bericht zufolge der Finanzinvestor Clemens Vedder für Rewe. Er verfolge ähnliche Pläne wie KKR. Vedder halte nur Edeka für geeignet, den Rewe-Großhandel fortzuführen.

KKR lehnte ebenso wie KarstadtQuelle einen Kommentar ab. Auch Edeka war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Rewe hat sich gerade einen Konsortialkredit über zwei Milliarden Euro gesichert, mit dem der Konzern sich zusätzliche finanzielle Spielräume für die Eröffnung neuer Läden und Zukäufe eröffnet.