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Übernahmen aus China:Der Staat expandiert mit

Sondergrabfeld für Chinesen in Bonn

Auch in Deutschland versucht China, Firmen zu übernehmen.

(Foto: dpa)

China drängt in vielen Industriebereichen an die Weltspitze. Das ist ein unfairer Wettbewerb: Auch Peking muss Übernahmen durch das Ausland erlauben.

Kommentar von Caspar Busse

Allein die Größe macht Eindruck. Wenn die beiden chinesischen Unternehmen Sinochem und Chem-China wirklich zusammengehen, entsteht ein Konzern mit rund hundert Milliarden Dollar Umsatz. Das ist mehr, als jedes andere Unternehmen der Chemiebranche erwirtschaftet. Natürlich müssen sich BASF, Bayer oder Dow Chemical, die bisher den Weltmarkt beherrschen, nun sorgen. Denn die Chinesen werden so zu einem sehr starken Konkurrenten.

Zwar sind die beiden chinesischen Unternehmen noch in erster Linie auf ihrem Heimatmarkt aktiv, doch bald werden sie auch in die übrigen Teile Asiens, nach Europa und in die USA expandieren. Chem-China hat bereits die Schweizer Pflanzenschutz- und Saatgutfirma Syngenta übernommen. Natürlich gibt es auch außerhalb Chinas Fusionen und Übernahmen: Dow Chemical kauft DuPont, Bayer erwirbt Monsanto.

Übernahmen in China müssen einfacher werden

Doch es gibt einen großen Unterschied: In China geht es nicht um betriebswirtschaftliches Kalkül, dort regiert der Staat kräftig mit. Das Ziel der geplanten Fusion der Staatsunternehmen ist klar: Sie soll die Position Chinas in der Welt stärken. Ähnlich geht Peking in der Bahnindustrie vor, Konkurrent Siemens ist zu Recht in Sorge.

Es ist ein unfairer Wettbewerb. Die chinesischen Konzerne expandieren und kaufen im Ausland. Übernahmen in China sind dagegen kaum möglich. Das muss sich ändern.

© SZ vom 10.05.2017/vd

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