Übernahme Pro Sieben kauft  Verivox

Pro Sieben Sat 1 zieht es immer stärker Richtung Internet. Die TV-Gruppe aus Unterföhring bei München kauft den bisherigen Eigentümern 80 Prozent der Anteile an Verivox ab - für etwa 170 Millionen Euro.

Von Heinz-Roger Dohms, Hamburg

Den Fernsehkonzern Pro Sieben Sat 1 zieht es immer stärker Richtung Internet. Die TV-Gruppe aus Unterföhring kauft den bisherigen Eigentümern um den Finanzinvestor Oakley Capital 80 Prozent der Anteile an Verivox ab und zahlt dafür etwa 170 Millionen Euro, wie der Sender mitteilte. Je nachdem, wie viel Gewinn Verivox in diesem Jahr erwirtschaftet, soll es noch einen Nachschlag von bis zu 40 Millionen Euro geben. Es ist die bislang größte Akquisition von Pro Sieben im Digitalgeschäft.

Verivox ist in erster Linie für seine Strompreisvergleiche bekannt, die dazu beigetragen haben, den Konkurrenzkampf auf den Energiemarkt anzuzetteln und die Preise zu senken. Hinter dem verbraucherfreundlichen Serviceansatz steckt ein handfestes Geschäftsmodell. Denn für jeden vermittelten Strom- oder Gasvertrag kassiert das Portal vom entsprechenden Anbieter eine Provision. Zuletzt machte Verivox 44,2 Millionen Euro Umsatz und erzielte einen Bilanzgewinn von 12,4 Millionen Euro. Pro Sieben hat bereits in mehrere kleinere Webportale wie billiger-mietwagen.de oder moebel.de investiert. Die Strategie dahinter ist simpel: TV-Sender schaffen es selten, ihre Werbeblöcke komplett zu verkaufen. Die restliche Zeit kann Pro Sieben mit Reklame der eigenen Internettöchter füllen und ihnen damit einen Wettbewerbsvorteil gegenüber konkurrierenden Portalen verschaffen.