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Übernahme durch Facebook:Was WhatsApp ganz am Anfang konnte

Beide waren bei Yahoo angestellt, beide bewarben sich bei Facebook und wurden abgelehnt. Als Koum sich im Januar 2009 ein iPhone kaufte, fand er, dass es cool sein würde, wenn hinter den Kontakten im Telefonbuch angezeigt würde, was die gerade täten. Er wählte den Namen "WhatsApp", weil es wie die amerikanische Begrüßung "What's up?" klang. Weil die Applikation zunächst dauernd abstürzte, wollte Koum aufgeben und sich wieder einen Job suchen - doch Acton hielt ihn davon ab.

Aus den Statusmeldungen seiner Freunde - er wurde stets informiert, wenn sie etwas änderten - ergab sich quasi ein Chat. Koum implementierte in der folgenden Version eine Messenger-Komponente. Plötzlich gab es 250 000 Nutzer. Dann eine Million. Die Nutzerzahlen stiegen sogar an, als WhatsApp nach einem Upgrade - man konnte nun Fotos verschicken - einen Dollar pro Jahr vom zweiten Nutzungsjahr an kosten sollte. Mittlerweile gibt es 450 Millionen aktive Nutzer, 70 Prozent davon schauen täglich vorbei.

Koum sah sein Unternehmen stets als Antithese zum Silicon Valley. Er sträubte sich gegen Werbeflächen, er wollte die Zahl der Nutzer nicht um jeden Preis erhöhen, um die Firma dann zu verkaufen. In einem der wenigen Interviews sagte er im vergangenen Jahr: "Verkaufen ist einfach, das passiert im Silicon Valley andauernd. Jeder kann eine Firma gründen und sie dann am nächsten Tag verkaufen. Das macht dich nicht besonders, das macht dich nicht einzigartig, das macht dich nicht großartig."

Er ist immer noch ein recht humorloser Typ, dieser Jan Koum. Er traf sich in den vergangenen 18 Monaten immer wieder mit Mark Zuckerberg, am 9. Februar dann machte ihm der Facebook-Chef das Angebot, WhatsApp zu übernehmen und Koum in den Facebook-Verwaltungsrat aufzunehmen. Koum kam dann am Valentinstag zu Zuckerberg nach Hause und wollte verhandeln. Er aß dabei die Erdbeeren mit Schokolade, die eigentlich für Zuckerbergs Frau Priscilla Chan vorgesehen waren.

*Anmerkung der Redaktion: An dieser Stelle stand früher, das Haus in der Ukraine habe weder Wasser noch Strom gehabt. So stand es zunächst auch bei Forbes - das Magazin hat diesen Satz mittlerweile geändert.