Kurznachrichtendienst im Chaos:Twitter laufen die Werbekunden weg

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Kurznachrichtendienst im Chaos: Quo vadis, Twitter? Nach der Übernahme des Kurznachrichtendiensts durch den Tesla-Chef Elon Musk laufen der Plattform die Werbetreibenden weg.

Quo vadis, Twitter? Nach der Übernahme des Kurznachrichtendiensts durch den Tesla-Chef Elon Musk laufen der Plattform die Werbetreibenden weg.

(Foto: Dado Ruvic/Reuters)

Ob Opel oder General Motors: Die Liste großer Unternehmen, die ihre Anzeigen nach Musks Übernahme aussetzen, wird länger. Sie sorgen sich um die sogenannte "Content-Moderation", bei der Tweets zu Verschwörungstheorien oder Gewaltaufrufen entfernt werden.

Der Mutterkonzern von Opel, der italienisch-französische Autobauer Stellantis, setzt nach der Übernahme von Twitter durch Tesla-Chef Elon Musk seine Anzeigen auf dem Kurznachrichtendienst aus. "Wir pausieren die bezahlten Werbebeiträge, bis wir ein klareres Bild von der Zukunft der Plattform unter der neuen Führung haben", teilt das Unternehmen mit.

Damit reiht sich der Konzern ein in die wachsende Liste großer Unternehmen, die ihre Werbung auf Twitter eingestellt haben, darunter United Airlines, General Mills, der Luxusautohersteller Audi of America und General Motors. Auch der US-Pharmakonzern Gilead Sciences erklärte, das Unternehmen und seine Einheit Kite seien dabei, ihre Anzeigen auf Twitter zu pausieren. Auch die Allianz will das Soziale Netzwerk Twitter "vorerst nicht mehr für Werbeaktivitäten" nutzen. Das teilt der Versicherer in einer Umfrage des Handelsblatts unter den 40 Dax-Konzernen mit. Am Freitag hatte zudem Volkswagen seinen Markentöchtern wie Audi, Porsche, Skoda oder Seat empfohlen, "ihre bezahlten Aktivitäten auf der Plattform bis auf Weiteres zu pausieren".

Grund für den Werbeboykott ist die Übernahme von Twitter durch Tesla-Chef Elon Musk, der als erste Amtshandlung rund die Hälfte der Belegschaft von 7500 Mitarbeitern entlassen hat. Jetzt sorgen sich Werbetreibende um die sogenannte "Content-Moderation" von Twitter, bei der Tweets zu Verschwörungstheorien, Gewaltaufrufen oder ähnlichen entfernt werden.

Mercedes Benz, Telekom, Henkel und Covestro warten ab

Andere Dax-Unternehmen haben hingegen bislang noch nicht entschieden, wie sie mit ihren Werbeausgaben auf dem Kurznachrichtendienst umgehen wollen. So hielte es der Pharma- und Chemiekonzern Bayer für "deutlich verfrüht, aus der gerade erst vollzogenen Twitter-Übernahme konkrete Entscheidungen für die eigene Kommunikation abzuleiten". Auch Mercedes Benz, die Deutsche Telekom, Henkel oder Covestro wollen mit einer Entscheidung abwarten. Der Gesundheitskonzern Fresenius sieht derzeit "keinen Anlass, vollständig auf Twitter-Werbung zu verzichten", will die Situation aber weiter beobachten.

Musk räumte ein, dass Twitter einen "massiven" Umsatzrückgang erlitten hat, seit er vor zehn Tagen die Leitung übernommen hatte. Twitter reagierte bislang nicht auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters zur Stellungnahme.

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