PlastikdosenTupperware ist zurück

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„Tupper-Partys“ gelten als eines der bekanntesten Beispiele für Direktmarketing. 
„Tupper-Partys“ gelten als eines der bekanntesten Beispiele für Direktmarketing. 
Stephen M. Dowell/Zuma Press/Imago
  • Die pleite gegangene Plastikdosen-Firma Tupperware ist durch den französischen Investor Cédric Meston wiederbelebt worden.
  • Meston verkauft die Produkte jetzt wieder in Deutschland, Frankreich, Belgien, Italien und Polen über Onlineshop und traditionelle Tupper-Partys.
  • Neben den klassischen Kunststoffdosen bietet das Unternehmen nun auch Produkte aus Edelstahl, Glas und recyceltem Kunststoff an.
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Die Plastikdosen-Firma war pleite, doch jetzt hat ein französischer Investor das Unternehmen wiederbelebt. Was das für Verbraucher bedeutet – und was der französische Präsident dazu sagt.

Von Carolina Adolf

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Es ist 7 Uhr morgens, das Pausenbrot für die Kinder muss noch schnell eingepackt werden, und in deutschen Küchen wird hektisch in der Schublade nach einer passenden Dose gewühlt. Viele bunte Deckel und durchsichtige Dosen stapeln sich, doch kein Deckel will so recht auf die Dose passen. Zu viele Teile. Millionen Haushalte besitzen solche Plastikboxen, erfunden und populär gemacht hat sie einst die Firma Tupperware, gegründet 1946 in den USA. Lebensmittel luftdicht verpacken, damit sie länger haltbar werden, das war die Idee. Sogar das Wort „eintuppern“ hat Einzug in den deutschen Sprachgebrauch gehalten. Doch im vergangenen Jahr ging Tupperware pleite, das Unternehmen musste Insolvenz anmelden.

Jetzt gibt es offenbar doch noch eine Zukunft für die Plastikprodukte. Ein französischer Unternehmer namens Cédric Meston will die Firma retten, genauer gesagt, nicht das US-Mutterunternehmen, sondern nur den französischen Zweig. Meston zufolge verkaufe man die Produkte jetzt wieder in Deutschland, Frankreich, Belgien, Italien und Polen. Das Insolvenzverfahren sei abgeschlossen, und Ende Juli habe das zuständige Gericht den Weg für das Sanierungsprogramm frei gemacht, sagt Meston.

Der neue Tupperware-Investor führt eine Gesellschaft namens Groupe Revive, da steckt das Verb revivre drin, wiederbeleben also, das passt gut in Bezug auf Tupperware. Außerdem ist Meston als Mitgründer einer Marke für pflanzliche Fleischersatzprodukte in Erscheinung getreten – praktisch also, dass er nun eine Firma betreibt, in deren Erzeugnissen sich die Erzeugnisse seiner anderen Firma aufbewahren lassen.

Dass er die französische Tupper-Tochter übernehmen will, hat Meston bereits vor einigen Monaten angekündigt – und von möglichen 100 Millionen Euro Jahresumsatz gesprochen. Ursprünglich wollte er im April die ersten neuen Dosen ausliefern, das verzögerte sich nun etwas.

Erst seit 2022 verkauft die Firma die Dosen online

Nicht nur im Onlineshop sollen die Waren wieder erhältlich sein, sondern auch bei den traditionellen „Tupper-Partys“. Die hatten in der Plastikdosenwelt jene Stellung, die die Kochvorführungen beim Thermomix von Vorwerk haben. Direktvertrieb nennen Fachleute es, wenn begeisterte Nutzer eines Produkts andere Nutzer zum Kauf animieren. Tupperware wurde mit dieser Methode groß, kam aber viel zu spät, nämlich erst 2022, auf die Idee, den wichtigen Online-Vertriebsweg zu erschließen. Bekannt ist Tupperware auch für die lange Garantie auf seine Produkte, 30 Jahre nämlich, großzügig für Verbraucher, womöglich aber geschäftsschädigend für das Unternehmen selbst.

Jetzt, wo sich abzeichnet, dass Tupperwares Zukunft gesichert ist, können auch die 20 000 eigenständigen Verkaufsberater, über die das Unternehmen nach eigenen Angaben verfügt, wieder aktiv werden. Neu ist, dass neben den Dosen aus Kunststoff auch Produkte aus Edelstahl, Glas und recyceltem Kunststoff angeboten werden.

Dass Tupperware nun wieder zurückkommt, dürfte nicht nur Menschen freuen, die gerne Essensreste aufbewahren und Schulbrote luftdicht verschließen, es wurde sogar an der Staatsspitze registriert. „So viele Franzosen und Europäer haben eine Tupperdose im Schrank und in ihren Herzen“, schrieb Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf der Social-Media-Plattform Linkedin. Ob es im Élysée-Palast auch so eine Schublade mit Deckeln und Dosen gibt?

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