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Tui-Betriebsrat:Piloten unsolidarisch in der Krise

Der Betriebsratschef des Tourismus-Konzerns Tui, Frank Jakobi, hat die angestellten Piloten in der Kollegenschaft heftig angegriffen. So gut wie alle Tui-Beschäftigten machten derzeit angesichts der Corona-Krise Kurzarbeit. Viele Mitarbeiter, die gut verdienen und oberhalb der Schwellen für das Kurzarbeitergeld liegen, hätten sich bereit erklärt, auf bis zu ein Fünftel ihres Gehalts zu verzichten. "Die Piloten aber haben gesagt: 'Das kommt für uns nicht in Frage, wir beteiligen uns nicht an Kurzarbeit und verzichten mit Blick auf Kurzarbeit auf nichts'", sagte Jakobi der dpa. Diese Haltung sei anders als in Reisebüros, Callcentern, der Verwaltung oder den Veranstaltungsbereichen, wo man im Interesse des Ganzen zurückstecke.

Das Verhalten der Piloten werde von den anderen bei Tui als unsolidarisch angesehen. "Die Stimmung in Richtung Piloten ist im Konzern auf einem Tiefpunkt", so Jakobi. "Diese Berufsgruppe isoliert sich gerade." Unterdessen zeigen sich die Folgen der Corona-Einbrüche auch für die Beschäftigung im Tui-Konzern immer deutlicher - wobei hier vor allem die Lage in den Hotels sowie starke saisonale Effekte vor dem schwachen Winter zu berücksichtigen sind. Nach Angaben aus Konzernkreisen schrumpfte die Gesamtbelegschaft von knapp 60 300 Menschen im November 2019 auf rund 38 200 vor dem Jahresende 2020.

© SZ vom 25.01.2021 / dpa
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