TÜV Süd:Dammbruch wieder vor Gericht

Der TÜV Süd steht wegen des verheerenden Dammbruchs im brasilianischen Brumadinho mit mindestens 260 Toten nun zweimal in Deutschland vor Gericht. Das Landgericht München I verhandelte am Montag erstmals eine Klage von 183 Überlebenden und Hinterbliebenen, die insgesamt mehr als zwölf Millionen Euro vom Prüfkonzern fordern, wie eine Gerichtssprecherin erklärte. Eine Tochtergesellschaft hatte ein halbes Jahr vor der Katastrophe das Rückhaltebecken einer Eisenerzmine des brasilianischen Bergbaukonzerns Vale geprüft und für sicher befunden. Am Montag berichteten zwei Hinterbliebene emotional von den Ereignissen am 25. Januar 2019. Eine Schlammlawine ergoss sich damals über eine Landschaft im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais. Sie wälzte sich über Teile der Mine und benachbarte Siedlungen und riss Menschen und Tiere, Häuser und Gerätschaften mit. Dem TÜV Süd wird vorgeworfen, die Risiken ignoriert zu haben. Dieser wiederum beharrt darauf, dass der Damm zum Zeitpunkt der Stabilitätserklärungen auch wirklich stabil gewesen sei.

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