WirtschaftTrump kündigt 100-Prozent-Zoll auf Arzneimittel an

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Eine Aspirin-Tablette des Bayer-Konzerns löst sich  auf: Die neuen US-Zölle auf Arzneimittel sind keine gute Nachricht für die deutsche Pharmaindustrie.
Eine Aspirin-Tablette des Bayer-Konzerns löst sich  auf: Die neuen US-Zölle auf Arzneimittel sind keine gute Nachricht für die deutsche Pharmaindustrie. Martin Gerten/dpa

Damit erfüllt sich eine Befürchtung der deutschen Pharmaindustrie. Aber auch Indien und die Schweiz dürften unter dem Schritt leiden. Wer in den USA produziert, zahle keine Zölle, lässt der US-Präsident wissen.

US-Präsident Donald Trump hat Zölle von 100 Prozent auf Arzneimittelimporte in die Vereinigten Staaten ab 1. Oktober angekündigt. Sollten Arzneimittelhersteller eine Produktionsstätte in den USA bauen, könnten sie damit den Zoll umgehen, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Unternehmen, die entweder bereits einen Baubeginn festgelegt oder mit dem Bau angefangen hätten, seien von den geplanten Zöllen ausgenommen, hieß es weiter.

Gerade die deutsche Pharmaindustrie, die aktuell sowieso schwächelt, hatte Zölle gefürchtet: Die USA sind ihr wichtigster Exportmarkt, knapp ein Viertel der deutschen Pharma-Exporte gehen dahin. Aber die Zölle sind auch für Indien schmerzhaft: Das südasiatische Land exportiert vor allem Arzneimittel in die USA. Und auch die Schweiz hat eine große Pharmaindustrie und versorgt die Vereinigten Staaten damit. Die Eidgenossen haben ohnehin schon einen sehr hohen Zollsatz auch auf andere Produkte von Trump verpasst bekommen.

USA für deutsche Pharmabranche wichtigstes Exportland

Zwischen den USA und der EU steht eigentlich seit Sommer ein Deal – dabei wurde für EU-Importe in die Vereinigten Staaten ein Basiszollsatz von 15 Prozent festgelegt. Für europäische Hersteller von Arzneimitteln, Halbleitern und Bauhölzern war dennoch bislang nicht ganz klar, ob die Zollobergrenze von 15 Prozent auch für sie gilt. Auch Autohersteller hatten bis zuletzt Unklarheit – erst am Donnerstag war deutlich geworden, dass für aus der EU in die USA eingeführte Autos rückwirkend zum 1. August die Zölle von 27,5 Prozent auf dann 15 Prozent gesenkt werden.

Für die deutsche Pharmabranche mit ihren rund 130 000 Beschäftigten sind die USA das wichtigste Exportland. 2024 gingen dem Statistischen Bundesamt zufolge Waren im Wert von 27 Milliarden Euro und damit knapp ein Viertel der deutschen Pharmaexporte in die USA. Damit ist die deutsche Pharmabranche wesentlich stärker vom US-Markt abhängig als etwa der Maschinenbau und die Chemieindustrie. Besonders gefragt waren etwa Impfstoffe.

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