Internationale Politik Trump will Weltbank-Kritiker zum Weltbank-Chef machen

Der Sitz der Weltbank in Washington.

(Foto: AFP)
  • Wie mehrere US-Medien berichten, will Präsident Trump den 62 Jahre alten David Malpass zum neuen Weltbank-Chef wählen lassen.
  • Malpass gilt als Anhänger Trumps und deutlicher Kritiker der Weltbank.
  • In der Geschichte der Weltbank gab es noch keinen Präsidenten, der keinen US-Pass besessen hat.
Von Thorsten Denkler, New York

Nach seiner Rede zu Lage der Nation will es US-Präsident Donald Trump offiziell bekanntgeben, vielleicht schon an diesem Dienstag oder erst am Mittwoch: David Malpass, 62, soll der neue Chef der Weltbank werden. So wünscht es sich Trump angeblich, berichten verschiedene US-Medien.

Die Neubesetzung des Postens ist nötig geworden, weil der Amerikaner Jim Yong Kim überraschend zum 1. Februar zurückgetreten ist, drei Jahre vor Vertragsende. Traditionell wird es den USA überlassen, die Spitze des Hauses zu bestimmen. In der Geschichte der Weltbank hatte bislang jeder Präsident einen amerikanischen Pass.

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Der US-Amerikaner Jim Yong Kim will vorzeitig seinen Posten räumen. Seine Amtszeit hätte eigentlich noch bis 2022 gedauert.

Malpass ist im US-Finanzministerium zuständig für internationale Beziehungen. Er hat etwa die Handelsgespräche der USA mit China maßgeblich begleitet. Was ihn aber für Trump besonders interessant macht: Malpass ist nicht nur ein Trump-Fan, der ihm schon im Wahlkampf als ökonomischer Berater zur Seite stand. Er ist zudem ein großer Kritiker der Weltbank. Die Organisation sei zu groß und mische sich zu sehr ein. Es sei dringend nötig, sie zu reformieren.

Er sei zwar "kein Isolationist", sagt er 2017 vor dem Kongress. Aber "Globalismus und Multilateralismus" seien viel zu weit vorangeschritten. Institutionen wie die Weltbank, sagte er, gäben zu viel Geld aus, seien nicht sonderlich effizient, oft korrupt und würden den Menschen letztlich nicht helfen.

Wichtigstes Ziel der Weltbank ist es, die Armut in der Welt mit Kreditprogrammen zu verringern. Die Kredite sind stets an Bedingungen geknüpft, mit denen die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes vorangetrieben und darüber Armut bekämpft werden soll. Die Weltbank gilt als das mächtigste Instrument in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit. Sie hat weltweit mehr als 10 000 Mitarbeiter und hat 2017 Kredite im Wert von 466 Milliarden Dollar vergeben.

Die Ernennung von Malpass könnte dieses Mal schwieriger als sonst werden. In der internationalen Staatengemeinschaft ist längst die Erkenntnis gereift, dass Trump internationale Organisationen wie die Weltbank im Grunde für überflüssig hält. Malpass wird also gegenüber den finanzstarken Mitgliedstaaten nachweisen müssen, dass er hinter den Zielen der Weltbank steht, um letztlich vom 24-köpfigen Exekutivrat gewählt zu werden.

Allerdings halten die USA mit etwa 16 Prozent den mit Abstand größten Kapitalanteil. So viel wie Japan, Deutschland und Frankreich zusammen. Einen harten Kampf um den Chefposten wird da kaum jemand riskieren wollen. Zumal Trump durchaus zuzutrauen ist, US-Geld aus der Weltbank abzuziehen.

Es wird befürchtet, dass Malpass den Kreditumfang der Weltbank zurückschrauben könnte. Ein besonderer Kritikpunkt ist aus seiner Sicht, dass die Weltbank nach wie vor Geld an China verleiht. Malpass ist der Auffassung, dass viele asiatische Staaten, China allen voran, die Weltbank nicht mehr benötigen. Sie seien schließlich selbst zu Geldgebern geworden.

Der noch von Präsident Barack Obama nominierte Jim Yong Kim war da anderer Auffassung. Er hielt China zugute, dass es mit dem Weltbank-Geld tatsächlich die Armut im Land signifikant gesenkt habe.

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