Treffen der europäischen Finanzminister An einem Alternativplan wird angeblich schon gearbeitet

In Riga machten zudem Nachrichten die Runde, wonach die Euro-Partner aufgrund der zähen Verhandlungen mit Athen bereits an einem Plan B für Griechenland arbeiteten. Schäuble mochte die Frage grundsätzlich nicht beantworten - und lieferte immerhin die Erklärung, warum. "Wenn ein verantwortlicher Politiker diese Frage mit Ja beantwortet, dann wissen Sie ja, was passiert. Wenn ich Nein sage, weiß ich, dass Sie mir nicht glauben". Er verwies auf Parallele zur deutschen Wiedervereinigung, die eine "allgemeine historische Lehre" zuließen. Wenn die Bundesregierung direkt nach dem Fall der Mauer gesagt hätte, sie habe einen Plan B für die Wiedervereinigung, "dann hätten die uns für verrückt erklärt". Und es hätte nie geklappt. Also habe man geschwiegen.

Im Umfeld von EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici hieß es am Samstag in Riga, die von einer griechischen Zeitung in Umlauf gebrachte Nachricht, er habe eine Studie zum Austritt Griechenlands in Auftrag gegeben, sei "komplett falsch". Der Kommissar sei nach wie vor der "festen Ansicht, dass kein Plan B ausgearbeitet werden sollte. Wenn die Arbeit daran begänne, bedeutete dies, dass das Vertrauen in Pfad A verloren gegangen wäre. Wir haben das Vertrauen nicht verloren".

Plan A bedeutet, dass es bis Ende Juni gelingt, dass Griechenland eine Reformagenda beschließt und im Gegenzug die im zweiten Rettungspaket verbliebenen Finanzhilfen erhält. Zugleich muss ab 1. Juli eine Vereinbarung über die weitere Unterstützung getroffen werden. Gelingt das nicht, trete Plan B in Kraft, der bislang virtuell bleibt. "Wir tun alles, um diesen zu vermeiden, ist die völlig korrekte Aussage dazu", schloss Schäuble die Diskussion zu Griechenland.