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Tipps zur Müllvermeidung:So kaufen Sie plastikfrei(er) ein

Verbraucherpreise steigen 2011 um 2,3 Prozent

Plastikverpackungen, wo man hinschaut: Vor allem im Supermarkt wird der Verzicht auf Plastik zur Herausforderung.

(Foto: dpa)

Lebensmittelverpackungen, Cremes, Kleidung: Plastik lauert überall. Komplett auf Kunststoffe zu verzichten, ist oft unmöglich. Den eigenen Verbrauch von Plastik zu reduzieren, ist aber gar nicht schwer.

Von Valérie Müller

Die Tomaten im Supermarkt sind oft genug doppelt in Plastik verpackt: erst eine Plastikschale, dann noch eine Plastikfolie. Die Gurke? Die steckt in einer Art Plastikstrumpf. Schon beim Einkauf von Lebensmitteln also ist das Plastik allgegenwärtig. Doch es ist gar nicht so schwer, darauf zu verzichten.

Lebensmittel

Sahne in Mehrweggläsern: Sahne wird meist nur im Plastikbecher angeboten. Im Gegensatz zu Joghurt findet man sie im Supermarkt selten in der Mehrwegglas-Alternative. In Bioläden gibt es dagegen Sahne oder Sauerrahm regelmäßig im Glas mit Metallschraubverschlüssen.

Gewürze aus Reformhäusern: Im Supermarkt stecken Gewürze oft in kleinen Plastikverpackungen. Hier bietet es sich an, auf Märkte oder Reformhäuser auszuweichen, in denen Gewürze offen angeboten werden.

Salat in Tüte

Sogar Salat gibt es in der Plastikverpackung. Wenn die Möglichkeit besteht, sollte man aber immer die plastikfreie Alternative bevorzugen.

(Foto: al62 - Fotolia)

Gefrierbeutel ade: Um Lebensmittel einzufrieren, verwenden die meisten Gefrierbeutel oder Plastikdosen. Genauso gut funktionieren aber oft Schraubverschluss- und Einmachgläser oder Papiertüten.

Edelstahl statt Plastik: Auch für die Aufbewahrung von Lebensmitteln wird meist zu Plastikdosen gegriffen. Eine Alternative sind hier Dosen aus Edelstahl oder Gefäße aus Glas oder Keramik.

Hygieneprodukte

Taschentücher aus dem Spender: Taschentücher in einzelnen Päckchen werden gleich mehrfach in Plastik gehüllt. Bei Papiertüchern aus einem Kartonspender fällt deutlich weniger Müll an.

Mikroplastik vermeiden: Beim Kauf von Zahnpasta, Duschgel, Peelings und Cremes sollte man darauf achten, dass sie kein Mikroplastik enthalten. Auf den Verpackungen wird dies meist mit den Begriffen Mikroperlen, Mikro-Kügelchen oder Perlsystem umschrieben, unter den Inhaltsstoffen ist es als 'Polyethylen' gelistet. Diese Übersicht vom BUND führt Produkte auf, die Mikroplastik enthalten.

Biokosmetika: Kosmetika gibt es vereinzelt auch in Glas- oder Papierverpackungen. Verschiedene Marken stellen sogenannte Naturkosmetika her. Beim Kauf ist dann darauf zu achten, dass keine synthetischen Konservierungsmittel (z. B. Formaldehyde und Parabene) oder Silikone enthalten sind.

Nachfüllbare Großkanister: Putz- und Waschmittel gibt es oft nur in einer Plastikverpackung. Möchte man aber nicht auf Alternativen wie Waschnüsse oder Essig als Reiniger ausweichen, können im Großhandel Reinigungsmittel oft auch in nachfüllbaren Großkanistern gekauft werden.

Kleidung

Etikettencheck: Kleidung, vor allem preiswerte Mode, enthält oft Plastik, etwa Fleece-Teile. Hier sollten die Kunden darauf achten, dass dafür recyceltes Plastik verwendet wurde. Ein Blick auf das eingenähte Etikett gibt mitunter Aufschluss.

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Umwelt, Gesundheit und Müll

Billig. Vielseitig. Haltbar. Plastik hat sich über alle Welt verbreitet - mit Folgen: Es ist selbst in entlegensten Weltregionen allgegenwärtig, und seine Haltbarkeit ist zum Fluch geworden.

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Kleidung aus Naturstoffen: Plastikfasern lösen sich beim Waschvorgang aus der Kleidung und können so in der Umwelt landen. Eine Alternative ist die Baumwolle. Dabei sollte auf biologischen Anbau geachtet werden. Überdies gibt es mittlerweile auch Kleidung aus Bambus oder Hanf.

Wenn keine Alternativen gefunden werden und Plastik unumgänglich ist, sollte versucht werden, schadstoffbelastete Kunststoffe zu vermeiden, empfiehlt Ann-Kathrin Sporkmann vom Bund für Umwelt und Naturschutz - auf die Kunststoffarten Polyvinylchlorid (PVC) und Polycarbonat (PC) etwa.

Linktipps:

  • Plastikfasten: Gesammelte Erfahrungen aus der Aktion "Plastikfasten" vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
  • Kein Heim für Plastik: Blog von Sandra Krautwaschl, die mit ihrer Familie seit fünf Jahren plastikfrei lebt
  • Leben ohne Plastik: Blog zweier Studenten, die ebenfalls Plastik aus ihrem Leben verbannen wollen
  • Ich Nehms Ohne: Blog zum Experiment "Eine Woche ohne Verpackungsmüll"
© Süddeutsche.de/vamü/hgn/lala

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