Tipps für Verbraucher:Gift im Rasen durch Moosentferner

Tipps für Verbraucher: Eisendünger enthält Eisen-II-Sulfat. In den Giftschrank muss er trotzdem nicht.

Eisendünger enthält Eisen-II-Sulfat. In den Giftschrank muss er trotzdem nicht.

(Foto: NDR)

Im Frühjahr wollen viele Gartenbesitzer den Rasen vom Moos befreien. Wer im Baumarkt nach einem Mittel gegen Moos fragt, dem wird häufig Eisendünger empfohlen. In sechs stichprobenartig ausgewählten Baumärkten wiesen die Mitarbeiter aber nicht auf die Gefahren hin, die von Eisendünger ausgehen können: Der darin enthaltene Wirkstoff Eisen-II-Sulfat ist nämlich als giftiges Pflanzenschutzmittel einzustufen.

Wer Eisendünger vorschriftsgemäß auftragen will, muss eigentlich säurebeständige Schutzhandschuhe, Schutzanzug, Brille und Gesichtsmaske mit Atemschutz tragen. Denn: "Vor allem die Augen sind bei Kontakt mit dem Wirkstoff gefährdet, denn das Eisen-II-Sulfat im Dünger kann ätzende Schwefelsäure freisetzen, wenn es mit der feuchten Bindehaut der Augen in Berührung kommt", heißt es beim Berufsverband Deutscher Arbeitsmediziner.

Wer Moos bekämpfen will, sollte daher besser die Ursachen beseitigen. Moos mag Schatten, Nässe und nährstoffarmen, sauren Boden. Gärtnermeister wie Eckardt Simon aus Rastede bei Oldenburg empfehlen zu vertikutieren, zu kalken, organisch zu düngen und Kompost einzumassieren. Eisendünger hält Simon in den meisten Fällen für überflüssig: In Deutschlands Gärten liege der Eisenanteil im Boden bereits bei bis zu vier Prozent. Wer trotz aller Warnungen Eisendünger verwenden möchte, sollte auch an die Entsorgung der abgetöteten Moospflanzen denken. Denn mit Eisendünger behandeltes Moos gilt als Sondermüll und muss beim Recyclinghof abgegeben werden.

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