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Tipps für Verbraucher:Irrtümer im Garten

Welchen Dünger sollte ein Hobbygärtner einsetzen? Wie gut sind Samen aus dem Baumarkt? Und warum sollte man sich mit Maulwürfen und Wühlmäusen arrangieren? Über die richtige Gartenpflege kursieren viele Gerüchte. Worauf es wirklich ankommt.

Von Thomas Roß

In Kooperation mit dem NDR hat SZ.de über Kosmetik- und Einkaufslügen berichtet - nun sind die Mythen der Gartenpflege dran. Fakten über Maulwürfe im Garten, Gammelblumen aus dem Baumarkt und Uran im Dünger.

Sie sind der Alptraum stolzer Hobbygärtner: Maulwürfe und Wühlmäuse, die den sorgfältig gepflegten Rasen umpflügen. Seit Generationen versuchen Gärtner mit allen Mitteln, die Rasenschänder loszuwerden. Oft vergeblich. Viele Methoden muten heute fast mittelalterlich an. Lange Zeit galten vergiftete Regenwürmer als todsicheres Mittel, später Schnappfallen, Schaufelhiebe und Holzpfähle nach Vampirjäger-Art. Oder gleich der Vernichtungsschlag und das unterirdische Gangsystem wurde ausgeräuchert oder geflutet, um den Störenfried für immer zu beseitigen.

Legal sind solche Methoden nicht, Maulwürfe stehen seit 1988 ganzjährig unter Naturschutz. Aber wie wird man die lästigen Biester ohne Gewalt los? Als besonders wirkungsvoll preisen Hersteller Geräte angepriesen, die den Boden zum Vibrieren bringen und dadurch Maulwürfe und Wühlmäuse im Umkreis von 700 Metern fernhalten sollen.

Maulwürfe machen es sich nur in gutem Boden bequem. Neue Gartenvibratoren machen ihnen wenig aus.

(Foto: NDR)

Hans-Joachim Pelz von der Biologischen Bundesanstalt für Land-und Forstwirtschaft hat die Wirkungsweise dieser Gartenvibratoren untersucht und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis. Zwar jagen die leichten Erschütterungen den Tieren zunächst einen gehörigen Schrecken ein. Doch Maulwürfe und Wühlmäuse gewöhnen sich schnell daran.

Statt sich über Hügel zu ärgern, können Hobbygärtner sie auch positiv sehen: Maulwürfe und Wühlmäuse sind nur in Böden am Werk, die in einem hervorragenden Zustand sind. Viellicht ein Grund, Frieden mit den ungebetenen Gästen zu schließen.

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