Süddeutsche Zeitung

Kosmetik-Industrie:Tina Müller geht jetzt zu Weleda

Sie war beim Autobauer Opel und dann bei der Parfümeriekette Douglas. Von Oktober an wird die Managerin das Naturkosmetik-Unternehmen leiten.

Bekannt geworden ist Tina Müller einst, als sie für den Autobauer Opel eine große und erfolgreiche Werbekampagne organisierte, unter dem immer noch bekannten Slogan "Umparken im Kopf". Die 54-jährige Managerin, die immer wieder Schlagzeilen macht, war aber eigentlich überwiegend in der Kosmetikbranche aktiv, hatte vor ihrem Ausflug in die Autoindustrie bei Wella und Henkel gearbeitet - und war danach von 2017 an Chefin der Parfümeriekette Douglas. Im vergangenen Jahr musste sie dort den Posten räumen.

Jetzt hat Tina Müller einen neuen Job - und zwar bei einem speziellen Unternehmen. Zum 1. Oktober 2023 wechselt sie an die Spitze des Kosmetik- und Arzneimittelherstellers Weleda. Die Firma bezeichnet sich als Weltmarktführer in Naturkosmetik und bei anthroposophischen Arzneimitteln. Gewinnmaximierung steht nicht an oberster Stelle, es geht auch um Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit. Die 1921 gegründete Weleda hat ihren Hauptsitz in der Schweiz und beschäftigt rund 2500 Menschen. Im vergangenen Jahr schrieb das Unternehmen rote Zahlen. Der Umsatz ging 2022 leicht zurück und lag bei 413,8 Millionen Euro - deutlich weniger als bei Douglas oder Opel.

Müller solle das internationale Geschäft ausbauen und den Wachstumskurs der gesamten Gruppe vorantreiben, teilte Weleda am Montag mit. "Es geht vorrangig um nachhaltiges Wirtschaften im Einklang mit Mensch und Natur. Und Weleda verdient - natürlich und vielleicht gerade deshalb - Geld", sagte Müller der Bild und fügte an: "Nach einem schwierigen Jahr wie 2022 ist Weleda wieder auf Kurs und soll die nächsten Jahre profitabel wachsen. Auch das war ein Grund, mich zu holen." Naturkosmetik liege derzeit im Trend, da sei viel Potenzial für noch mehr Wachstum mit innovativen Produkten. Aber auch den Arzneimittelbereich möchte sie noch besser positionieren.

Müller hatte bei der Kosmetik-Gruppe Douglas den Online-Handel ausgebaut und dessen Verzahnung mit dem Filialnetz vorangetrieben. Ihr Nachfolger bei dem Börsenkandidaten, der Niederländer Sander van der Laan, soll Douglas nun auf Profit trimmen.

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