Reden wir über Geld:"Ich habe immer Angst, wieder in der Gosse zu landen"

Lesezeit: 9 min

Tim Raue

Tim Raue in seinem Restaurant in Berlin.

(Foto: Jörg Carstensen/dpa)

Sterne-Koch Tim Raue über Existenzängste, seine Kindheit in einer ungeheizten Wohnung und warum er nie für sich selbst kocht.

Interview von Stephan Radomsky und Marten Rolff

Tim Raue hat gerade Zeit. Zu viel Zeit. Die zehn Restaurants des Spitzenkochs sind fast alle geschlossen, nur das "Tim Raue" in Kreuzberg bietet einen Lieferservice an, der das Angebot der anderen Restaurants mit abdeckt. Wenn Raue in seinen Terminkalender blickt, erschrickt er immer ein wenig, so leer war es dort seit Jahrzehnten nicht, alle Veranstaltungen und Reisen sind abgesagt. Entspannend findet der Koch das erzwungene Nichtstun nicht, im Gegenteil: "Meine Tage sind völlig durcheinander: Ich stehe viel früher auf als sonst, und um 17 oder 18 Uhr ist schon Feierabend." Zumindest kann er nun in Ruhe übers Geschäft sprechen, live aus der Küche daheim, per Videoanruf.

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