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Video-Sharing-App:Twitter hat Interesse an Tiktok-Übernahme

Trump Issues Executive Orders Barring Transactions With TikTok And WeChat

Präsident Trump unterzeichnete zwei Dekrete, die US-Bürgern Geschäfte mit Tiktok und Wechat verbieten. Beide Verordnungen treten am 15. September in Kraft.

(Foto: AFP)

Es sei aber unklar, ob Tiktoks US-Geschäft Teil von vorläufigen Verhandlungen war, heißt es in einem Medienbericht. Microsoft gilt weiter als aussichtsreichster Kandidat für eine Übernahme.

Twitter hat Insidern zufolge Interesse an einer Übernahme des US-Geschäfts der unter politischem Druck stehenden Video-Plattform Tiktok. Der Kurznachrichtendienst habe den chinesischen Tiktok-Eigentümer Bytedance kontaktiert, sagten zwei mit der Situation vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Wochenende. Es sei aber bei weitem nicht sicher, dass Twitter den Software-Riesen Microsoft ausstechen könne, der als Favorit für den Zuschlag bei Tiktok gilt. Bytedance bleiben rund 45 Tage, um einen Käufer zu finden. Ansonsten droht ein Geschäftsverbot in den USA.

Zuerst hatte das Wall Street Journal am Sonntag über Fusionsgespräche berichtet. Es seien vorläufige Verhandlungen über ein mögliches Zusammengehen gewesen, so die Zeitung. Tiktok, Bytedance und Twitter wollten sich nicht zu den Informationen äußern.

Aktuell ist jedoch nicht einmal klar, wie das US-Geschäft von Tiktok zu bewerten ist. Schätzungen gehen von einem Wert in zweistelliger Milliardenhöhe aus. Für den Zukauf müsste Twitter den Insidern zufolge zusätzliches Kapital auftreiben. Erst in den vergangenen Jahren hat das Unternehmen begonnen, kontinuierlich Gewinne zu erwirtschaften. "Twitter wird es nicht leicht haben, die Finanzierung zur Übernahme der US-Aktivitäten von Tiktok zu stemmen", sagte Erik Gordon von der Universität Michigan. Der Konzern aus dem Silicon Valley habe nicht genug Möglichkeiten, an Geld zu kommen.

Einer der Insider sagte Reuters, eine Übernahme durch Twitter könnte China besser gefallen. Der Kurznachrichtendienst ist nicht aktiv in der Volksrepublik. Darüberhinaus hätte eine Übernahme durch Twitter auch kartellrechtliche Vorteile, sagen Experten, da es viel kleiner ist als Microsoft. Twitter hat einen Börsenwert von knapp 30 Milliarden Dollar, ein Bruchteil der Microsoft-Bewertung.

Trump favorisiert dagegen einen Kauf durch Microsoft. Der Software-Riese verhandelt bereits seit Wochen mit dem Eigentümer von Tiktok, der in Peking ansässigen Bytedance Ltd. und gilt als Favorit für eine mögliche Übernahme des Tiktok-Geschäfts in den USA, Australien, Kanada und Neuseeland. Microsoft-CEO Satya Nadella hat zur Sache bereits mit Präsident Trump gesprochen. Die Verhandlungen zwischen Microsoft und Bytedance gelten als weit fortgeschritten.

US-Präsident Donald Trump hat Tiktok wegen Sicherheitsbedenken im Visier. Per Dekret untersagte er US-Unternehmen, mit den zwei größten IT-Konzernen Chinas Geschäfte zu machen. Betroffen sind Tiktok-Eigner Bytedance sowie Wechat-Betreiber Tencent. Die Maßnahmen sind aber noch nicht in Kraft getreten.

Tiktok hat sich in den USA zunehmend zu einer Plattform für politische Debatten und Kampagnen entwickelt. Die App hat dort etwa 100 Millionen Nutzer. Trump und andere US-Politiker sehen TikTok als chinesisches Spionageinstrument. Derzeit läuft eine Frist bis zum 15. September, um die US-Aktivitäten an Microsoft zu verkaufen. Gelingt der Deal nicht, droht ein Verbot.

© SZ/Reuters/mxh/gal
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