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Tierschutz:EU-Kommission will Klonfleisch verbieten

Vollkommen ungeklont: Schafe in Markt Schwaben in Bayern

(Foto: Christian Endt, Fotografie & Lic)

Wer geklonte Tiere isst, schade zwar nicht seiner eigenen Gesundheit - aber jener der Tiere. So sieht es die EU-Kommission und will deshalb Klonfleisch verbieten.

Geklonte Tiere sollen auch künftig in der EU nicht gegessen werden dürfen. Die EU-Kommission legt zwei Entwürfe für Richtlinien vor, mit denen das Klonen von Tieren für die Lebensmittelproduktion und die Verwendung von Fleisch geklonter Tiere verboten werden. Die neuen Regeln sollen auch sicherstellen, dass Milch von Klontieren nicht verkauft werden darf.

Anlass sind "ethische Gründe". Es gebe keinerlei Hinweise, dass Fleisch geklonter Tiere gesundheitsschädlich sei, erklärt die Kommission. Geklonte Tiere haben aber in der Regel eine niedrigere Lebenserwartung als natürlich gezeugte, außerdem treten häufiger Fehlbildungen auf.

Bisher hat es der Kommission zufolge in der EU noch keinen Versuch gegeben, Klonfleisch zu vermarkten. Nun will sie auch die Zulassung von neuartigen Lebensmittel neu regeln.

Das Verbot gelte nicht für andere Bereiche als die Nahrungsmittelindustrie. Klonen kann gerechtfertigt sein, beispielsweise in der Forschung, zur Erhaltung seltener oder gefährdeter Arten oder zur Herstellung von Arzneimitteln und Medizinprodukten.

Mit der Vorlage der EU-Kommission startet der Gesetzgebungsprozess. Nach Angaben der Behörde könnte das Verbot frühestens 2016 in Kraft treten.

© SZ.de/bbr/jab
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