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Textilmessen:Mehr als nur Mode

Die Entwicklung neuer Stoffe und Fasern gewinnt an Bedeutung. Textilien sollen künftig nachhaltig, intelligent und innovativ sein.

Wer bei Textilien nur an Kleider und Mode denkt, liegt falsch. Es gibt viele andere Gebiete, für die Textilien gebraucht werden. Das spiegeln auch die Textilmessen wider. Im Januar ging es auf der Frankfurter Heimtex um den häuslichen Bereich, auf der Domotex in Hannover um Bodenbeläge. Bei den beiden Stuttgarter Schauen im Februar, der TV TecStyle Visions und R+T Messe, spielten Textilveredlung und Rollladen, Tore und Sonnenschutz die Hauptrolle. Im Mai gibt es eine Messe für Technische Textilien in Chemnitz, im November die Stuttgarter Composite Europe, eine Fachmesse für Verbundwerkstoffe. Technische Stoffe, etwa Carbonfasern oder Vlies, werden in vielen Bereichen gebraucht, von der Autoindustrie bis hin zu Möbeln. Im Weltraum kommt man schon gar nicht ohne Hightech-Fasern aus, wie eine Grußbotschaft von der Raumstation ISS zur Frankfurter Techtextil im vergangenen Jahr bestätigte.

Zurück auf die Erde: Nach wie vor gibt es in Deutschland viele Textil- und Modemessen, wenn sie auch nicht annähernd die Größe früherer Zeiten haben. Die Frankfurter Messe stellte bereits im Jahr 2000 ihre Fachmesse Interstoff ein, veranstaltet aber heute weltweit 52 Textilmessen mit dem Schwerpunkt in Asien. Auch die Messen folgen ihren Abnehmern, und die Kleider werden häufig im Fernen Osten hergestellt. Aus dem Moderessort haben sich die großen Messegesellschaften weitgehend zurückgezogen. Zu schwierig ist die schnelllebige Branche geworden, die zweimal im Jahr ihre Neuheiten präsentiert. Doch die Messe Berlin hat eine Partnerschaft mit der Modemesse Panorama, die Messe Frankfurt bietet in Berlin parallel zur Modewoche Veranstaltungen an. Während der Modewoche in Berlin, Düsseldorf und München treten zudem verschiedene Anbieter in Konkurrenz, die ihre jeweils eigenen Messen, Konferenzen und Vorträge haben: Die Messe Premium in Berlin und München, die Igedo Company mit der Gallery in Düsseldorf und die Supreme Group in Düsseldorf und München.

Technologie und Nachhaltigkeit sind neue Themen der Branche

Bei dem Konferenzduo Fashion Sustain und Fashiontech im Kraftwerk Berlin - die Messe Frankfurt und die Messe Premium haben sich hier zusammengetan - und den angeschlossenen grünen Modemessen der Frankfurter dreht sich alles um technologische, nachhaltige und innovative Stoffe. Die weltweit bekanntesten Laufstege für neue Mode mögen in Paris, Mailand, New York und London sein. Frühere Leitmessen für modische Textilien mögen hierzulande erodiert sein, aber ihre Produkte finden sich in vielen Messen, Showrooms und Konferenzen wieder.

Technik hält immer mehr Einzug in die Modewelt und interessiert nicht nur Start-ups, sondern auch große Konzerne. Designer, Ingenieure und IT-Experten tüfteln an E-Textiles, Wearable IT, IT-Couture oder Smart Fashion, also kluger Bekleidung, die mehr kann als gut aussehen. Modedesign und Hightech verschmelzen dabei, technische Stoffe werden immer wichtiger.

Mode soll praktisch sein und Spaß machen. Das zeigt sich nicht nur in Berlin, sondern zum Beispiel auch auf der Sportmesse Ispo in München. Outdoor-Kleidung, die atmet, wärmt, kühlt, bequem und elastisch alle Bewegungen mitmacht, gehört zum Alltag. Bei der Mode geht es eben längst nicht nur um Mode, sondern um so viel mehr.