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Textilhandel:Adler Modemärkte überschuldet

Der Vorstand der Adler Modemärkte AG hat am Sonntag wegen Überschuldung der Gesellschaft beschlossen, beim Amtsgericht Aschaffenburg einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung zu stellen. Ziel der Eigenverwaltung sei es, das Unternehmen über einen Insolvenzplan zu sanieren, teilte das Unternehmen in einer Adhoc-Mitteilung mit. Zur Unterstützung des Vorstands habe dieser mit Rechtsanwalt Christian Gerloff, Kanzlei Gerloff Liebler Rechtsanwälte, einen Experten in Restrukturierungs- und Insolvenzfällen zum Generalbevollmächtigten bestellt. Auslöser für den Insolvenzantrag seien die erheblichen Umsatzeinbußen durch die seit Mitte Dezember 2020 andauernden Schließungen fast aller Verkaufsfilialen als Folge des neuerlichen Lockdowns. Trotz intensiver Bemühungen sei es der Gesellschaft nicht möglich, die entstandene Liquiditätslücke über eine Kapitalzufuhr durch staatliche Unterstützungsfonds beziehungsweise durch Investoren zu schließen, hieß es weiter. Die Adler Mode GmbH, die Adler Orange GmbH & Co. KG und die Adler Orange Verwaltung GmbH, jeweils 100-prozentige Tochtergesellschaften der Adler Modemärkte AG, hätten ebenfalls beschlossen, einen Antrag auf Eröffnung von Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung zu stellen.

Die Gruppe setzte nach eigenen Angaben 2019 etwa 495,4 Millionen Euro um und erzielte einen Gewinn (Ebitda) von 70,3 Millionen Euro. Adler beschäftigte zum 30. September 2020 rund 3350 Mitarbeiter und betreibt derzeit 171 Modemärkte, davon 142 in Deutschland, 24 in Österreich, drei in Luxemburg, zwei in der Schweiz sowie einen Online-Shop.

© SZ vom 11.01.2021 / SZ
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