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Teure Naturkatastrophen:US-Versicherungen leiden unter Brandsaison

Dürre ist "ein krass unterschätztes Risiko". 85 Prozent der weltweit versicherten Schäden entstanden dieses Jahr in den USA. Tornados und Buschfeuer werden immer alltäglicher - und bringen Versicherungen in Not.

Arnold Schwarzenegger verlor schlagartig sein Interesse an den Elektro-Minis. Er verließ den BMW-Stand auf der Automesse in Los Angeles und eilte nach Hause. Der Grund für den plötzlichen Aufbruch des kalifornischen Gouverneurs: Ein Anruf seiner Frau. Eine Feuerwalze hatte bereits die Nachbarschaft ihrer Villa in den Hügeln am Stadtrand erreicht.

Die Episode ereignete sich vor ein paar Jahren. Schwarzenegger ist nicht mehr Gouverneur, doch die latente Bedrohung vieler Amerikaner durch Naturgewalten bleibt bestehen.

Die Größe der wegen Dürre abgebrannten Flächen hat sich in Nordamerika während der vergangenen zehn Jahre verdoppelt. Jetzt geht es wieder los, die Brandsaison hat begonnen. "Dürre ist in meinen Augen ein krass unterschätztes Risiko", sagt Munich-Re-Manager Nikolaus von Bomhard. Der Vorstandsvorsitzende des führenden Rückversicherers weiß: "An der Dürre sterben oft viel mehr Menschen als an den anderen Naturkatastrophen."

Von einer Dürre sprechen die Fachleute, wenn Niederschläge über einen längeren Zeitraum ausbleiben - mindestens mehrere Monate, mitunter jahrelang. Gerade in Gegenden ohne große Flüsse wird Wasserknappheit ein Dauerthema mit gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Auswirkungen.

Katastrophen-Versicherungen nur in reichen Ländern

Unterstützung gibt es dort oft, wenn überhaupt, nur vom Staat und Hilfsorganisationen. In Dürregebieten wie der Sahelzone oder Äthiopien herrscht solche Not, dass an eine Versicherung von Ernteausfällen auf privatwirtschaftlicher Basis nicht zu denken ist. Die existiert nur in wenigen Ländern, vergleichsweise wohlhabenden. Vor allem gibt es sie in den USA.

In Nordamerika zählt Dürre allerdings dann auch gleich zu den Großrisiken, bei denen die Assekuranz mit ihrem Kapital an ihre Grenzen stößt. Der Landwirt kann seinen Standort nicht ohne weiteres verlagern und für den Staat ist eine funktionierende Agrarproduktion wichtig.

Nicht ohne Grund ist in den USA die Versicherung gegen diese Naturrisiken daher als Private Public Partnership organisiert. Versicherungen und der Staat wirken zusammen: Die öffentliche Hand trägt die Schäden zum Teil. Bereits die Versicherungsbeiträge werden subventioniert, damit die Prämien für den einzelnen Landwirt oder Hauseigentümer erschwinglich bleiben.