Autoindustrie:Musk bezeichnet neues Tesla-Werk in Brandenburg als "Geldverbrennungsofen"

Lesezeit: 2 min

Autoindustrie: Eine eigene Straße hat das eben erst eröffnete Tesla-Werk bei Berlin.

Eine eigene Straße hat das eben erst eröffnete Tesla-Werk bei Berlin.

(Foto: Annegret Hilse/Reuters)

Erst im Frühjahr eröffnete der Elektroautohersteller eine Großfabrik bei Berlin. Nun spricht der Tesla-Chef von Milliardenverlusten an den neuen Standorten in Brandenburg und in Texas - und kündigt Stellenstreichungen an.

Teslas neue Elektroauto-Fabriken in Grünheide bei Berlin und in Austin im US-Bundesstaat Texas verlieren nach Angaben von Konzernchef Elon Musk derzeit "Milliarden an Dollar". Musk bezeichnete die Standorte in einem am Mittwoch veröffentlichten Video-Interview als "gigantische Geldverbrennungsöfen". Grund seien ein Mangel an Batterien und Lieferkettenprobleme wegen der Lage in den chinesischen Häfen.

In dem Gespräch mit dem Fanclub "Tesla Owners of Silicon Valley" nannte er die beiden vergangenen Jahre mit Blick auf die Lieferkettenprobleme der Autoindustrie einen "absoluten Albtraum". Der Tesla-Chef warnte: "Wir haben es noch nicht hinter uns". Jetzt gehe es darum, den Betrieb am Laufen zu halten, damit die Beschäftigten weiter bezahlt würden und der Konzern nicht in die Insolvenz gerate.

Lockdowns in China belasten Standort in Shanghai

Während hohe Anlaufkosten und Verluste bei neuen Fabriken wie in Grünheide und Austin in der Startphase beim Hochfahren der Produktion relativ normal sind, stand Tesla auch mit seinem Werk in Schanghai vor Herausforderungen. "Die Covid-Shutdowns in China waren gelinde gesagt sehr, sehr schwierig", sagte Musk. Der Elektroautobauer plant, den Großteil der Produktion am Standort Shanghai in den ersten beiden Juliwochen wegen Modernisierungsarbeiten auszusetzen, die die Produktion steigern sollen. Das geht aus einem internen Memo hervor, das der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt.

Das Interview wurde bereits am 31. Mai geführt, der Teil mit den jüngsten Aussagen aber jetzt erst im Internet veröffentlicht. Musk hatte jüngst wiederholt vor einem wirtschaftlichen Abschwung gewarnt und Job-Kürzungen bei Tesla angekündigt. Der Elektroautobauer werde in den kommenden Monaten drei bis 3,5 Prozent seiner Stellen streichen, stellte Musk am Dienstag nach widersprüchlichen Berichten klar. Bei den Angestellten solle etwa jeder zehnte Job wegfallen, die Zahl der Fabrikarbeiter werde dagegen auf lange Sicht wachsen. Zu Jahresbeginn hatte Tesla knapp 100 000 Beschäftigte.

Musk ist der derzeit reichste Mensch der Welt und bemüht sich aktuell um die Übernahme des sozialen Netzwerks Twitter, für das er 44 Milliarden Dollar geboten hat. Das Tesla-Werk in Brandenburg war erst im März eröffnet worden. In zweijähriger Bauzeit hatte das Autounternehmen bei Berlin für sechs Milliarden Euro eine "Giga Factory" errichtet.

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