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Elektromobilität:Tesla-Aktie bricht um 17 Prozent ein

Tesla-Fabrik in Shanghai

Tesla hat bekannt gegeben, dass sich die Auslieferung von in Shanghai produzierten Fahrzeugen wegen des Coronavirus verzögern dürfte.

(Foto: REUTERS)

Grund für den Einbruch sind Sorgen aufgrund des Coronavirus: Die Tesla-Fabrik in Shanghai ist aktuell offenbar geschlossen, die Auslieferung dort produzierter Autos verzögert sich.

Es ist das abrupte Ende eines Höhenfluges: Nach den Kursgewinnen der Tesla-Aktie in den vergangenen Tagen folgte am Mittwochabend der von Anlegern befürchtete Einbruch. Die Papiere des Elektroautobauers fielen an der Börse um 17 Prozent auf 734,70 Dollar, zwischenzeitlich betrug das Minus sogar 20 Prozent. Das ist der größte Verlust der Tesla-Aktie seit acht Jahren. Die Aktie notiert aber immer noch etwa 75 Prozent über dem Niveau vom Jahreswechsel.

Bereits vor dem Zusammenbruch hatten Analysten die Sorge geäußert, dass sich der Marktwert Teslas von den tatsächlichen Kennwerten des Unternehmens gelöst habe. So war Tesla beispielsweise vor zwei Wochen erstmals mehr wert als der Volkswagen-Konzern inklusive seiner Töchter Audi und Porsche. Nach der jüngsten Rallye war Tesla zwischenzeitlich dann sogar wertvoller als VW und BMW zusammen.

Erst Anfang der Woche stiegen die Papiere des Herstellers schließlich erneut im Wert, und zwar so kräftig wie seit Jahren nicht mehr. Zwischenzeitlich notierten sie bei einem Hoch von 969 Dollar. Die Aktie machte am Dienstag zudem den höchsten Tagesgewinn an der Börse seit 2013.

Lage in chinesischen Tesla-Werken ist unsicher

Die Hauptursache für den jetzigen Einbruch der Aktie ist die Ankündigung des Unternehmens, dass sich die Auslieferung von in China produzierten Fahrzeugen aufgrund des Coronavirus-Ausbrauchs verzögern dürfte. Laut dem US-Nachrichtensender CNBC hat die Tesla-Fabrik in Shanghai nach dem chinesischen Neujahrsfest noch nicht wieder ihren Betrieb aufgenommen. In der Fabrik sollen 2020 insgesamt 150 000 Fahrzeuge produziert werden. Zuvor hatte auch die Investmentbank Canaccord Genuity die Sorge geäußert, dass das Virus die Produktion im Tesla-Werk in Shanghai verlangsamen könnte. Sie hatte das interne Rating der Aktie daraufhin gesenkt.

Diese Sorge wog am Mittwoch dann offenbar auch schwerer als die zuletzt eigentlich guten Tesla-Zahlen, die den Höhenflug ausgelöst hatten: Der Elektroautobauer hat in der vergangenen Woche den zweiten Quartalsgewinn in Folge verkündet - und das, obwohl Experten lange Zeit angezweifelt hatten, dass Tesla überhaupt irgendwann schwarze Zahlen schreiben und nachhaltig Geld verdienen kann.

Zwar hat das Unternehmen aufs Jahr gesehen nach wie vor noch nie einen Gewinn erzielen können und die Absatzzahlen sind nach wie vor vergleichsweise niedrig. Sollte sich die Lage in den chinesischen Werken aber nicht weiter verschärfen, ist es gut möglich, dass Tesla 2020 den ersten Jahresgewinn der Unternehmensgeschichte verkünden kann. Für 2020 stellt das Unternehmen zumindest eine Rekordauslieferung von erstmals mehr als 500 000 Fahrzeugen in Aussicht.

© SZ.de/evg
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