TengelmannEinigung im Erbenstreit

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Spalt im Geäst: Der Stammbaum der Familie Haub in der ehemaligen Firmenzentrale von Tengelmann in Mülheim an der Ruhr.
Spalt im Geäst: Der Stammbaum der Familie Haub in der ehemaligen Firmenzentrale von Tengelmann in Mülheim an der Ruhr. Michael Kläsgen

Nach dem mysteriösen Verschwinden von Karl-Erivan Haub in den Schweizer Bergen und bizarren Gerüchten über sein Weiterleben liegt nun eine Vereinbarung der zerstrittenen Familienstämme vor.

Von Michael Kläsgen

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Im Erbschaftsstreit um den verschollenen Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub hat es nach Monaten der Funkstille eine Einigung gegeben. Am vergangenen Wochenende haben die zerstrittenen Familienstämme eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet, wie beide Seiten in einer gemeinsamen Pressemitteilung am Montag schreiben. Maßgeblich beteiligt an der Erarbeitung der Übereinkunft waren die Rechtsanwälte Peter Gauweiler und Mark Binz. Danach ist der sogenannte Kölner Stamm nun bereit, seine Anteile zu verkaufen. Über die Höhe des Preises wurde Stillschweigen vereinbart. Zuletzt war die Rede von einem Angebot von 1,1 Milliarden Euro, das der Kölner Stamm aber als unzureichend abgelehnt hatte. Man darf davon ausgehen, dass die Zahl hinter dem Komma nun um einiges höher liegt.

Der Kölner Stamm, das sind die mutmaßliche Witwe Katrin Haub und ihre beiden Zwillinge, Viktoria und Erivan Haub, 28. Die Kinder sind die eigentlichen Erben des Anteils ihres verschollenen Vaters an der Tengelmann Warenhandels-KG. Laut Memorandum of Understanding wollen sie ihren Anteil nun an ihren Onkel Christian Haub verkaufen, der seit dem Verschwinden seines Bruders Chef der Tengelmann Gruppe (Obi, Kik) ist.

"Es war ein langer Weg", heißt es in der Pressemitteilung, "den die Familien zurücklegen mussten", um eine Einigung zu erzielen. Bis zur Beurkundung des Kaufvertrages, wollen die Beteiligten "keine weiteren Erklärungen abgeben". Nur, dass es sich um "langwierige Auseinandersetzungen" gehandelt habe, räumen sie ein, und dass "sehr harte Verhandlungen geführt" worden seien, "die aber letztlich auf Fairness und einem gesteigerten gegenseitigen Verständnis fußten". Noch im Mai soll der Verkauf vollzogen werden.

Vorangegangen war ein langer Streit darüber, ob Karl-Erivan Haub für tot erklärt werden solle, was auch erbschaftssteuerliche Konsequenzen hat. Nach langer Weigerung erklärten sich zunächst Katrin und dann auch ihre Kinder vor einigen Wochen bereit, die Todeserklärung abzugeben. Der langjährige Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub war am 7. April 2018 von einer Bergtour in der Schweiz nicht zurückgekehrt. Seine Leiche ist nie gefunden worden. Ende 2020 machten Spekulationen die Runde, der Milliardär könne mit einer russischen Geliebten untergetaucht sein. Danach wurde es still um den Fall - bis zur Einigung.

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