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Telefon-Hersteller:Etwaige Gewinne fließen an den Investor aus China

Gesteuert wird dieses Geschäft nicht etwa von München aus, wo die Gigaset AG ihren Sitz hat, sondern von einer Briefkastenfirma in Singapur, der Gigaset Mobile Pte. Ltd. "Hat das Smartphone-Geschäft Erfolg, profitiert vor allem der Investor aus China", kritisiert IG-Metaller Schürg. Der Grund ist die Konstruktion. Für die Gigaset AG ist es eine reine Finanzbeteiligung. Das Sagen hat Investor Pan, seine Firma hält über 85 Prozent der Anteile . Ohne Probleme könnte er bei einem Erfolg des Smartphone-Geschäfts seine Beteiligung weiter erhöhen und somit etwaige Gewinne für die Gigaset AG verwässern. Geld von der Singapurer Beteiligung erhält die Gigaset AG derzeit lediglich, indem sie Rechnungen schreibt, etwa für Marketingausgaben.

Auch die Rechte am Firmennamen hat die Gigaset AG inzwischen versetzt - an eine Tochterfirma des chinesischen Investors. 29 Millionen Euro sollten eigentlich dafür bis Ende September überwiesen werden, bislang ist noch nichts bezahlt, bilanziert ist der Verkauf hingegen schon. Wer im Moment die Rechte hält, ist unklar. Unstrittig ist jedoch, dass dieser Markenname enorm wichtig für Pans Vorhaben ist, Gigaset in China als ein Handy aus Deutschland zu positionieren.

Fünf Millionen Euro zahlt Gigaset jährlich an den FC Bayern München

Als europäische Antwort auf Apple und Samsung. Damit das auch in China verstanden wird, sponsort der Gigaset-Briefkasten aus Singapur für zwei Millionen Pfund im Jahr das Pferderennen Royal Ascot: Adel, Promis und aufwendige Hüte - ziemlich genauso stellt sich die chinesische Mittelschicht Luxus und Noblesse in Europa vor.

Fünf Millionen Euro zahlt Gigaset Mobile jährlich an den FC Bayern München. "Wir haben uns bewusst für den FC Bayern München als Partner entschieden. Der Verein ist weltweit und so auch in China bekannt und gerade in Europa und China wollen wir die neuen Gigaset-Smartphones als Handys 'designed in Germany, made in China' positionieren", erklärt Fränkl.

Den Mitarbeitern in Deutschland hilft das nur noch wenig.

© SZ vom 05.12.2015
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