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Tarifverhandlungen:IG Metall vor Durchbruch

Bei den Tarifverhandlungen in Baden-Württemberg stehen IG Metall und Arbeitgeber kurz vor einer Einigung. In Nordrhein-Westfalen drohen die Metaller: "Null Geld heißt Null Lösung."

Die Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie kommen offenbar voran. Nach Angaben der baden-württembergischen IG Metall haben sich Gewerkschaften und Arbeitgeber am Dienstag in inoffiziellen Sondierungen auf einen Tarifvertrag zur Sicherung der Beschäftigung geeinigt. Er soll bis Mitte 2012 gelten. Allerdings soll die Einigung nur in Kraft treten, wenn sich beide Seiten auch über Löhne einig werden.

(Foto: Foto: AP)

Die IG Metall und der Arbeitgeberverband Gesamtmetall hatten in der vergangenen Woche beschlossen, ihre Tarifverhandlungen vorzuziehen. Sie waren eigentlich erst für April geplant. Angesichts der Wirtschaftskrise wollten beide Seiten auf die Rituale aus hoher Forderung, niedrigem Angebot und Warnstreiks verzichten.

Die Verhandlungen betreffen 3,6 Millionen Beschäftigte

Da Baden-Württemberg einer der beiden wichtigsten IG-Metall-Bezirke ist, wird damit gerechnet, dass die nun gefundene Einigung zur Jobsicherung bundesweit übernommen wird. Insgesamt betreffen die Tarifverhandlungen 3,6 Millionen Beschäftigte.

Die Einigung sieht eine so genannte "tarifliche Kurzarbeit" vor, sofern die reguläre Kurzarbeit tatsächlich Ende des Jahres ausläuft. Im Zuge der Wirtschaftskrise darf die Bundesagentur für Arbeit inzwischen bis zu 18 Monate lang Kurzarbeitergeld zahlen. Die Erlaubnis der Bundesregierung dazu läuft aber Ende des Jahres aus.

"Null Geld heißt Null Lösung"

In der künftigen "tariflichen Kurzarbeit" kann die Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden in der Woche abgesenkt werden. Der Lohn für die ausgefallenen Arbeitsstunden wird den Beschäftigten nach Mitteilung der IG Metall teilweise ausgeglichen. Details dazu will die Gewerkschaft am Mittwochmittag in Stuttgart bekannt geben.

Ob die Einigung tatsächlich in Kraft tritt, könnte sich ebenfalls am heutigen Mittwoch entscheiden. Es finden Tarifverhandlungen im zweiten wichtigen Metallbezirk statt, in Nordrhein-Westfalen - und nach der Einigung zur Jobsicherung dürfte es dort vor allem um die Gehälter gehen. Der Düsseldorfer IG-Metall-Bezirksleiter Oliver Burkhard erklärte eine Erhöhung der Entgelte am Dienstag für unverzichtbar: "Null Geld heißt auch Null Lösung."